Herbst gewinnt den letzten Slalom - Hirscher Dritter
Reinfried Herbst gewinnt den Slalom vor Albrecht (SUI) und Hirscher (AUT). Raich wurde Fünfter. Mölgg gewinnt die Slalomkugel.

Foto © GEPAReinfried Herbst feiert seinen zweiten Saisonsieg
Mit dem Heimpublikum im Rücken und einer
Punktlandung hat Manfred Mölgg am Samstag den Slalomweltcup geholt
und Italien zum Saison-Kehraus ein Fest beschert. Denn kurze Zeit
später holte sich Denise Karbon die schon fix gewesene
Riesentorlauf-Kugel ab. Mit einer Supervorstellung verabschiedeten
sich Österreichs Torläufer in Bormio in den Frühling, Reinfried
Herbst gewann sein zweites Saisonrennen, Junioren-Weltmeister Marcel
Hirscher fuhr als Dritter abermals aufs Podest und ins
Weltcup-Geschichtsbuch.
Grange schmiss Nerven weg.
Der Franzose Jean-Baptiste Grange war mit einem Vorsprung von 21
Punkten auf Mölgg in Bormio an den Start gegangen, nach dem ersten
Durchgang lag der Südtiroler voran und Grange an vierter Stelle. Im
Finale schmiss der Sieger von vier Saisonrennen aber die Nerven weg,
wurde 16. und Letzter und blieb ohne Punkte. "Ich habe nicht genau
gewusst, wie Grange liegt, ich wollte die Trainer nicht fragen, ich
wollte mich nur auf den Lauf konzentrieren und habe versucht, cool zu
bleiben. Es ist gut ausgegangen", freute sich der 25-Jährige.
"Zweimal Kristall für Südtirol, das schaut gut aus", fügte er jubeln
hinzu.
Matt ausgeschieden.
Während sich Weltmeister Mario Matt, der noch eine kleine Chance
auf die Kugel gehabt hatte, im ersten Lauf wenige Tore vor dem Ziel
verabschiedete ("Die Enttäuschung ist groß, aber mit der Saison bin
ich zufrieden, ich habe die drei schönsten Rennen gewonnen"),
trumpfte das Salzburger Duo Herbst/Hirscher, das sich in Bormio ein
Zimmer teilt, auf. "Wir haben gestern Abend noch geblödelt, dass wir
heute beide auf das Stockerl fahren", sagte der 19-jährige Hirscher,
der am vergangene Sonntag als Dritter im Kranjska-Gora-Slalom
erstmals in seiner Karriere auf das Weltcup-Podest gefahren war.
Raich Zweiter im Gesamtweltcup.
"Das hat es noch nie gegeben, dass ein Junioren-Weltmeister beim
Weltcup-Finale gleich auf das Stockerl fährt", bemerkte ÖSV-Alpinchef
Hans Pum. Als Lohn für einen Goldmedaillengewinn bei
Nachwuchs-Titelkämpfen gibt es vom Schi-Weltverband einen Startplatz
beim Finale. Herbst, der 0,32 Sekunden vor dem Schweizer Daniel
Albrecht und 0,34 vor Hirscher gewann, verbesserte sich in der
Disziplinwertung noch auf Rang drei hinter Mölgg und Grange, Matt
wurde Vierter. Der Pitzaler Benjamin Raich schloss den Gesamtweltcup
mit 111 Punkten Rückstand auf den US-Amerikaner Bode Miller
(verzichtete auf Slalomstart) als Zweiter vor dem Schweizer Didier
Cuche und Mölgg ab.
Bilanz von Herbst.
Herbst, Sieger in Garmisch-Partenkirchen und Dritter in Zagreb,
hat aus der Slowenien-Erfahrung (Rückfall von Halbzeit-Rang 2 auf 5)
gelernt und fuhr nicht verbissen auf Sieg. "An nicht anderes habe ich
in Kranjska Gora gedacht, und das ging daneben. Ich wollte heute ein
gutes Rennen fahren und habe mir keinen Druck gemacht." Die
Kurssetzung kam ihm und Hirscher entgegen, die Blizzard-Schier liefen
auf Frühlingsschnee optimal. "Ich habe gezeigt, was in mir steckt.
Ich habe immer gewusst, wenn ich einmal auf der Welle drauf bin, dann
läuft es. So wie bei Grange zum Saisonbeginn", sagte Herbst.
"Rückt uns langsam auf die Pelle.
Über seinen jungen Kollegen Hirscher meinte Herbst: "Er rückt uns
langsam auf die Pelle." Hirscher war von Kranjska Gora zum Europacup
nach Frankreich gereist und hatte mit Platz zwei im Slalom die
Disziplinwertung vor Herbst gewonnen. Auch der EC-Gesamtsieg ging an
den Annaberger aus dem Lammertal, das Ziel für die kommende
Weltcupsaison ist, konstant unter die Top Ten zu fahren.
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Marcel Hirscher kämpft sich an die Weltspitze heranFoto © APA
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Grange am Boden zerstörtFoto © GEPA




















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