Diese Worte haben alle bewegt
Matthias Lanzinger verlor seinen Unterschenkel, aber nicht seine Zuversicht. So sieht er sein Schicksal.

Foto © GEPAMatthias Lanzinger
"Es freut mich, dass so viele über das Bescheid wissen wollen, was mir zugestoßen ist. Ich habe erst nach und nach erfahren, wie groß das Interesse ist, in Oslo habe ich ja nichts mitbekommen.
Aber zuallererst will ich allen danken, in erster Linie dem ÖSV und Toni Giger, der alles in Bewegung gesetzt hat, die ganze Maschinerie, um mir zu helfen. Und genau das ist der Grund, dass es mir so gut geht. Weil ich weiß, dass alles passiert ist, was möglich war. Der Rest ist Fügung, Schicksal, eine Regie von woanders - das hat so sein sollen. Und ich bin froh, dass ich so dasein darf, wie ich bin, genau so. Ich habe mein Schicksal angenommen, ich werde es in die Hände nehmen und ich werde mein Packerl tragen - und gemeinsam mit meiner Freundin Eva werde ich es schaffen.
Ob ich mich erinnern kann? Von der Fahrt an alles bis zur Fahrt in das Tor. Danach daran, dass die Zeit sehr intensiv gewesen ist, ich hatte enorme Schmerzen. Aber es hat mir sehr geholfen, dass das erste Gesicht, das ich gesehen habe, meine Freundin war. Überhaupt waren immer bekannte Gesichter um mich herum, die ganze Nacht über war jemand da. Das war sehr wichtig.
Der Giger Toni hat in Norwegen einmal zu mir gesagt: So eine Frau wie die Eva darfst du nicht mehr auslassen, der Schicksalsschlag hat gezeigt, dass ihr zusammengehört. Dazu muss ich sagen: Dafür war die ganze Sache aber völlig umsonst. Denn dass wir zusammengehören und dass es passt, das haben wir Zwei auch vorher schon gewusst.
Meinen Kampfgeist? Den habe ich dem Sport zu verdanken. Mir ist nicht alles leicht von der Hand gegangen, ich bin ein Kämpfer. Und der Sport formt, schleift und biegt einen und wenn man nicht daran zerbricht, dann wird man stark. Das ist wie ein Stein, der fällt, da kann man ihn nicht aufhalten. Aber wenn er dann auftrifft, zerspringt er nicht - und genau so wenig werde ich nicht an meinem Schicksal zerbrechen.
Ich habe auch immer gewusst, dass Schisport gefährlich ist, dass ein Risiko da ist. Aber dass es so gravierend sein kann, daran habe ich nie gedacht. Ich beschäftige mich auch nicht damit, ob und wie etwas anders hätte sein können. Dafür gibt es Leute und es muss dafür Leute geben, die sich damit auskennen. Aber ja, man sollte sich damit beschäftigen, warum nicht alles optimal war, aber, wie gesagt, das sollen geeignete Personen tun. Ich muss auf mich schauen und mir hilft es auch nicht mehr - aber vielleicht hilft es ja irgendwann einem meiner Kollegen.
Auf die Rehabilitation freue ich mich, da bin ich entspannt. Ich bin jemand, der Herausforderungen braucht und genau da werde ich Herausforderungen finden, wahrscheinlich jeden Tag.
Ich habe auch schon durch Zufall Fotos vom Unfall gesehen, da bin ich emotionslos, weil ich mich nicht daran erinnern kann. Aber es wird zu klären sein, ob ich mir alles einmal anschaue.
Ich fühle mich bereit, als Vorbild zu wirken. Das wollte ich auch als Rennläufer sein und ich werde weiter versuchen."
















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