Österreich hat vier neue Abfangjäger
Der Luftraum über Oberstdorf war total in rot-weiß-roter Hand. Nach dem Einzeltitel flog Gregor Schlierenzauer mit seinen Kollegen Kofler, Morgenstern und Koch auch zu Gold im Teambewerb.

Foto © APDie ÖSV-Adler waren auch im Teambewerb unschlagbar
Weil die "Allgäu-Power" über ein breites Repertoire verfügt, passte sich die Volksmusik-Combo am Sonntag in Oberstdorf spontan den klimatischen Gegebenheiten an. Oben auf dem Schanzenturm wurden zur Mittagszeit 24 Grad in der Sonne gemessen - und so lärmte aus dem riesigen Bierzelt am Fuße des Heini-Klopfer-Bakkens der Schunkel-Hit "Pack die Badehose ein". Zwei norwegische Fans (ausgestattet mit Fällen und Wikinger-Helm) bekamen davon allerdings nichts mit - sie schliefen auf einer der Bierbänke gerade ihren Kapitalrausch aus.
Überlegener ÖSV. Den 22.000 Fans wurde es ob der Temperaturen also warm ums Herz, den Gegnern Österreichs gefror hingegen beim finalen Teamspringen der Schiflug-WM das Blut. Die Überlegenheit, mit der das ÖSV-Quartett Martin Koch, Thomas Morgenstern, Andreas Kofler und Einzel-Weltmeister Gregor Schlierenzauer ans Werk ging, versetzte die Konkurrenz in einen Schockzustand. Mit insgesamt 1599 geflogenen Metern und 76,3 Punkten Vorsprung landeten Österreichs "Abfangjäger" vor Finnland und Norwegen auf dem obersten Podestplatz.
Wieder aufgebaut. Den weitesten Satz des Tages stand Einzelweltmeister Schlierenzauer (217 m), der sich seit gestern Doppelweltmeister nennen darf. Übrigens als erst zweiter Springer der Geschichte, denn das Teamspringen gibt's bei Schiflug-Weltmeisterschaften erst zum dritten Mal, 2004 und 2006 räumte der Norweger Roar Ljökelsöy alles ab.
"Stolz auf die Burschen".
"Jetzt habe ich zwei Medaillen, das hätte ich mir nie erträumt", strahlte Einzel-Vizeweltmeister Koch nach dem Triumph. Morgenstern, am Samstag nur Siebenter, bedankte sich bei seinen Kollegen: "Die anderen haben mich wieder aufgebaut und zum Erfolg mitgerissen. Toll, dass wir dieses Ziel erreicht haben." Und Cheftrainer Alex Pointner, der in seiner Amtszeit nun bereits auf zwölf Medaillen zurückblicken darf: "Ich bin sehr stolz auf meine Burschen. Aber wir sind noch nicht am Ende unseres Erfolges angelangt. Wir sind das jüngste Team im Weltcup und uns stehen bestimmt noch viele, schöne Erfolge bevor."
Keine große Feier. Nach den "Oberstdorfer Festspielen" wurde auf die große Feier verzichtet: "Wir müssen alle noch nach Hause fahren", so die "Adler". Denkt man an die beiden Wikinger-Fans, die auch nach dem Finale noch komatös vor sich hinschlummerten, dann ist's wohl besser so...
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Zweifacher Schiflug-Weltmeister: Gregor SchlierenzauerFoto © GEPA
Teambewerb
1. Österreich 1.553,3 Pkt.
2. Finnland 1.477,0
3. Norwegen 1.453,2
4. Deutschland 1.361,7
5. Russland 1.308,1
6. Tschechien 1.298,9
7. Japan 1.241,2
8. Frankreich 1.196,2
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Nach Silber nun auch Gold: Martin KochFoto © GEPA
















