Schi-Asse stürzen gut versichert
Die Air Ambulanz flog am Montag Maria Holaus aus Turin nach Innsbruck ins Sanatorium Rum. Damit alle Rennläufer bestens versorgt werden, zahlen die Damen und Herren Tausende Euro Versicherung pro Jahr.

Foto © APASchnelle und vor allem erstklassige Erstversorgung nach dem Horrorsturz von Holaus
Ein Überschlag mit weit über 100 km/h, ein schwerer Trainingsunfall bei Zeitläufen in Chile, der Sturz von Maria Holaus beim Super-G in Sestriere. Solche Ereignisse sind im alpinen Weltcup-Zirkus an der Tagesordnung. Obwohl sich die Damen und Herren der Gefahr bewusst sind, ständig die Angst überwinden, so stürzen sie doch im Bewusstsein, bestens versichert im Schnee zu landen. Anders wäre es nicht möglich, dass Holaus in der Klinik in Turin die besten Untersuchungen zu Teil wurden, sie am Montag von der Air Ambulanz nach Innsbruck geflogen und dort im Sanatorium Hochrum behandelt wurde wie ein Erste-Klasse-Patient. Möglich machen dies die Zusatz-Versicherungen der Rennläuferinnen.
Sestriere
Kostenintensive Rundumversicherung. "Der ÖSV bietet uns ein Paket an, mit dem die Erstversorgung gedeckt ist", erklärte Alexandra Meissnitzer, selbst in Aspen (USA) schwer verletzt, "für den Rest - ohne einen Verdienstentgang - zahle ich jährlich 5000 Euro Prämie. Darin enthalten sind Hubschrauberflüge, Wahl-Krankenhaus und Wahl-Arzt, die Rehabilitation nach Operationen sowie die besten Röntgenuntersuchungen und das MRI in den USA. Allein das kostet 3600 Dollar." Noch zweitausend Euro mehr blättert Renate Götschl auf den Tisch, um nach Verletzungen den Weg zurück zu schaffen. "Meine Versicherung beinhaltet fast alles was möglich ist: Hubschrauber-Bergung, Invalidität,
Schwierige Versicherungssuche. Therapie, Arztwahl, Verdienstentgang, Klinikaufenthalte. Es ist aber nicht einfach, ein Institut zu finden, das uns nimmt. Die meisten Versicherungen lehnen Schisportler ab." Diese Sorgen hat Maria Riesch nicht. "Ich bin über den deutschen Zoll schon ganz gut versichert, den Rest deckt eine private Zusatzversicherung ab. Auch meine beinhaltet die gleichen Dinge wie jene von Götschl. Was ich genau zahle, kann ich nicht sagen - aber es ist viel."
Keine volle Deckung. Am schlechtesten dran ist Lindsey Vonn. Obwohl sie "bestens versichert" ist, muss sie "immer zwischen drei und fünf Prozent der Behandlungsumme selbst bezahlen". Warum das so ist, erklärt das US-Girl so: "Wir werden meist in den besten Kliniken Europas operiert. Unsere Ärzte sagen uns, wo wir mit welcher Verletzung am besten aufgehoben sind. Daher gibt es für uns keine volle Deckung."
Anders bei Holaus. Auf die kann sich Holaus verlassen. Auch wenn sie Schmerzen hatte, so konnte sie am Montag am Flughafen in Innsbruck doch lächeln: Freund Josef kam sie abholen. Bei der Untersuchung im Sanatorium Hochrum wurden festgestellt: Gehirnerschütterung, Schleudertrauma der Halswirbelsäule, Brustkorbprellung, Einriss des Seitenbandes im rechten Knie, kleinere Sprünge am Speichenköpfchen im linken Ellenbogen. Die 24-Jährige bleibt in der Klinik, wird heute noch genau durchgecheckt. Erst dann steht fest, wie lange sie ausfäll
Features
ÖSV-Unfallschutzplus
- bis 100.000 Euro für dauernde Invalidität ab einem Invaliditätsgrad von 10 Prozent. Bei einem Invaliditätsgrad von 100 Prozent erhöht sich die Leistung auf 400.000.
- bis 2000 Euro für Unfallkosten.
- Prämie: 32,50 Euro pro Jahr
- Taggeld: Keines
- Diese Versicherung gibt es zusätzlich zum ÖSV-Mitgliederschutz. Beide können nur ÖSV-Mitglieder beanspruchen.
Fotoserie
Zusatzversicherungen
Mit dem ÖSV-Unfall-
schutzplus finden die Rennläuferinnen nicht das Auslangen. Sie müssen privat tief in die Taschen greifen, um sich bestens abzusichern:
Sie brauchen freie Arztwahl, müssen sich das Kranken-
haus aussuchen können, ebenso ihre Therapeuten, die Rehabilitationsklinik. Weiters gilt es, den Verdienstentgang zu regeln sowie gegen Invalidität vorzusorgen.















