Vonn stürmte mit 5. Saisonsieg an Weltcup-Spitze
Lindsey Vonn gewinnt die Abfahrt von Sestriere vor Kelly Vanderbeek (CAN) und Nadia Fanchini (ITA).

Foto © GEPARenate Götschl muss weiter auf ihren ersten Saisonsieg warten
Lindsey Vonn-Kildow hat am Samstag auch die Weltcup-Abfahrt in Sestriere gewonnen und mit ihrem fünften Saisonsieg Nicole Hosp von der Spitze der Weltcup-Gesantwertung verdrängt. Während die überragende US-Abfahrerin auf der Herren-Olympiapiste von 2006 nicht nur die Konkurrenz deklassierte und sich praktisch schon den Abfahrts-Weltcup gesichert hat, bewahrte Renate Götschl als Vierte die ÖSV-Damen vor einem Debakel.
Abfahrt weiterhin Schwachpunkt.
Denn Elisabeth Görgl kam bei der Rückkehr der Alpin-Damen auf die
Piste Kandahar Banchetta, auf der die Damen 1997 um WM-Medaillen
(Einzige ÖSV-Damenmedaille: Kombi-Gold von Götschl) und wegen Olympia
in San Sicario zuletzt 2004 um Weltcuppunkte (Siegerin: Götschl)
gefahren waren, als nächstbeste ÖSV-Fahrerin über Platz 20
unmittelbar vor Alexandra Meissnitzer nicht hinaus. Damit bestätigte
sich die Abfahrt als bisheriger Schwachpunkt der in dieser Disziplin
noch immer ohne Saisonsieg dastehenden Österreicherinnen. Maria
Holaus wurde nur 25.
Hosp gab Führung ab.
Hosp kam bei strahlendem Sonnenschein in Borgata über Platz 23
nicht hinaus und liegt vor dem Super-G am Sonntag in der
Gesamtwertung drei Punkte hinter Vonn zurück, damit führen bei Damen
und Herren (Bode Miller) US-Amerikaner die Gesamtwertungen an. "Ich
bin überhaupt nicht zufrieden", gestand die Tirolerin, die aber schon
für Sonntag "große Revanche" versprach. "Ich werde voll attackieren
und nicht resignieren. Ich gebe ganz sicher nicht leichtfertig auf",
versprach Hosp.
Vonn eine Extraklasse.
Derzeit zerbricht die Speed-Elite an der Extraklasse von Lindsey
Vonn, die auf fast allen Kursen und Schneebedingungen unschlagbar zu
sein scheint. Auch auf der aggressiven Unterlage im Piemont war die
seit vergangenen Sommer verheiratete 23-Jährige aus Vail trotz eines
Fehlers eine Klasse für sich und bestätigte, dass sie wie im letzten
Training angekündigt - dort erzielte sie aufrecht fahrend Bestzeit -
noch zulegen kann.
Götschl verlor die Kugel.
Götschl war in Italien erneut mit neuen (Atomic-)Schi unterwegs und
zeigte sich zufrieden, obwohl sie durch das starke Comeback der
Italienerin Nadia Fanchini, die mit Nummer 28 noch auf Platz drei
fuhr, um 8/100 noch vom Podest gestoßen wurde. "Ich war einmal von der Linie, da war der Speed gleich weg. Ich
habe einiges liegengelassen", erklärte die steirische Speed-Queen.
Bei 252 Punkten Rückstand auf Vonn und drei noch ausständigen Rennen
in Whistler, Crans Montana und Bormio ist die Abfahrts-Kugel für
Götschl damit wohl bereits endgültig verloren.
Götschl gibt nciht auf.
Zumindest will Götschl diese drei Möglichkeiten nutzen, eine
Saison ohne (Abfahrts-) Sieg zu vermeiden. Das war ihr überhaupt erst
einmal vor zwölf Jahren (Saison 1995/96) passiert. "Lindsey hat
einfach das Gefühl. Bei ihr passt derzeit alles zusammen, sie muss
nicht nachdenken", ist Götschl freilich bewusst. Aufgeben will aber
auch sie nicht. "Sie ist ganz sicher nicht unschlagbar!"
Features
Fotoserie
Fakten
1. Lindsey Vonn USA
2. Kelly Vanderbeek CAN
3. Nadia Fanchini ITA
4. Renate Götschl AUT
. Nadia Styger SUI
6. Maria Riesch GER
7. Britt Janyk CAN
8. Chelsea Marshall USA
9. Dominique Gisin SUI
10. Anja Pärson SWE
Abfahrt
Sonntag
Super G, Start um 11 Uhr
Im TV: ORF1 überträgt alle Rennen live.
Foto

Vonn holte ihren vierten SaisonsiegFoto © AP















