Endlich hat Cuche seine Gondel
Mit Didier Cuche gewann der große Favorit die Abfahrt in Kitzbühel - mit Mario Scheiber fuhr ein "Streif-Debütant" auf Platz zwei, ex aequo mit Bode Miller.

Foto © GEPAWalchhofer verpasste nur knapp das Podest
Nur nicht Zweiter werden. Didier Cuche hatte für die Kitzbühel-Abfahrt nur diesen einen Wunsch. Er ging in Erfüllung. Vor genau zehn Jahren hatte der Schweizer zwar schon einmal in Kitzbühel triumphiert, doch war es da "nur" eine Sprint-Abfahrt in zwei Durchgängen. Die Enttäuschung folgte ein Jahr danach: "Ich wartete, bis meine Gondel vorbeikommt, weil ich nur mit ihr hinauf auf den Berg wollte. Aber es kam keine. Das war frustrierend." Dabei war die Erklärung einfach: Cuche hatte "nur" die Ersatzabfahrt eines anderern Ortes gewonnen - und dafür wird keine Gondel nach einem Rennläufer benannt.
Horrorsturz
Gondel. Vier Mal war er seither in der Gamsstadt aufs Podest gefahren, zum Sieg hatte es nie gereicht. "Jetzt habe ich ihn", atmete er auf. Im Jahr ohne Großereignisse gewann er sein persönliches Olympia: "Ich bekomme heute meinen 38. Pokal für einen Podestplatz. 37 stehen irgendwo herum. Der aus Kitzbühel wird sicher einen Sonderplatz bekommen", sagte der 33-Jährige nach seinem achten Weltcup-Sieg und ergänzte: "Außerdem hab' ich jetzt endlich meine Gondel." Auch wenn die Premiere, in der eigenen Gondel auf den Hahnenkamm zu schweben, noch ein Jahr warten muss.
Scheibers Traum-Debüt.
Eine Premiere, die Mario Scheiber hinter sich gebracht hat. Erstmals war der 24-Jährige in der Abfahrt in Kitzbühel am Start und nur 24 Stunden nach Platz drei im Super-G legte der Osttiroler nach: Trotz langer Wartezeit - Scheiber war mit Nummer vier nur zwei Nummern hinter dem schwer gestürzten Scott Macartney ins Rennen gegangen - brauste Scheiber auf Platz zwei. Ganze 27 Hundertstelsekunden fehlten zum Sieg beim Debüt, ein Kunststück, das in Kitzbühel erst einer geschafft hat: Bruno Kernen I, Namensvetter des heuer zurückgetretenen Abfahrts-Weltmeisters von 1997, im Jahr 1983. Dass sich Scheiber wie im Super-G den Podestplatz teilen musste, diesmal mit Bode Miller, war da egal: "Ich hatte einfach eine Traum-Fahrt. Und ich hatte nach dem Super-G und Platz drei schon den Traum, dass ich in der Abfahrt aufs Podest fahren will."
Unter Top fünf. Möglich wurde das, weil der Osttiroler nach zweiwöchiger Pause wegen einer Schienbeinprellung ("In Bormio hat das Schifahren vor lauter Schmerzen keinen Spaß mehr gemacht, jetzt schon wieder") endlich wieder schmerzfrei war: "Ich nehm zwar noch Tabletten, aber nur die Kleinen." Zum zehnten Mal fuhr Scheiber nun schon auf das Podest, der Sieg fehlt noch: "Aber ich hab' ja hoffentlich noch ein paar Jahre Zeit. Ich bin der einzige unter 30 Jahren in den Top fünf und Didier hat den Sieg wirklich verdient", sagte Scheiber.
Maier mit Bestzeit.
Nur eine Hundertstel am Podest vorbei fuhr Michael Walchhofer ("ein Fehler am Hausberg, das war's"), Hermann Maier wurde Fünfter. Dabei hatte der Herminator bei der letzten Zwischenzeit 46 (!) Hundertstel Vorsprung. "So einen Vorsprung herzugeben, ist fast unmöglich. Es war aber ein gewaltiges Wochenende, zwei Mal als erstes über den Hausberg. Aber der Sturz hat mich mitgenommen - ich hab mir gedacht: Ich hab eh' schon einmal gewonnen", sagte Maier.
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Cuche ist der strahlende SiegerFoto © GEPA
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Scheiber fuhr schon wieder auf das PodestFoto © GEPA















