Morgenstern ist gerne Favorit
Nach sechs Saisonsiegen ist Thomas Morgenstern der logische Favorit auf den Tournee-Sieg. Der 21-jährige Kärtner nimmt den Erfolgsdruck im APA-Interview ganz gelassen hin.

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Wie hat Thomas Morgenstern die Weihnachtsfeiertage erlebt?
Morgenstern: Ich habe eine schöne Zeit mit meiner Familie
verbracht und das Handy ausgeschaltet, um ein paar Tage für mich zu
haben. Außerdem habe ich mich voll auf die Tournee vorbereitet. Ich
habe zweimal Krafttraining gemacht, meine Mentalprogramme absolviert
und mir auch Aufzeichnungen von bisherigen Weltcupspringen angesehen,
um das Gefühl nicht zu verlieren."
Nach sechs Siegen sind Sie der erklärte Tournee-Favorit. Wie
gehen Sie mit der hohen Erwartungshaltung der Fans um?
Morgenstern: "Ich weiß, dass große Erwartungen da sind. Das stärkt
mich, es gibt mir Rückhalt, wenn Tausende Leute hinter mir stehen.
Ich fahre gerne als Favorit zur Tournee."
Sehen Sie sich selbst auch als Favorit auf den Gesamtsieg?
Morgenstern: "Mein vorrangiges Ziel bleibt der Gewinn des
Gesamt-Weltcups, daher schaue ich von Springen zu Springen. Die
Möglichkeit, die Tournee zu gewinnen, ist natürlich da. Aber das kann
man nicht planen, das muss passieren. Da muss viel zusammenpassen.
Wenn ich in Oberstdorf gut starte, dann ist viel möglich. Ich mache
mir aber nicht viel Druck. Man kann vom Kopf her nicht gleichzeitig
bei mehreren Zielen sein."
Wen schätzen sie neben Ihren Teamkollegen als Mitfavoriten
ein?
Morgenstern: "Es ist ein schönes Gefühl, dass wir zu Viert im
Weltcup vorne liegen, wir können uns gegenseitig viel helfen. Von den
ausländischen Springern können alle, die heuer auf dem Podest waren,
wie (Andreas) Küttel und (Janne) Ahonen gewinnen, dazu kommen noch
(Adam) Malysz und (Simon) Ammann. Die Konkurrenz schläft nicht, die
werden auch 'anzahn'."
Sie sind zum Seriensieger avanciert, nachdem sie in den vier
Saisonen davor zwar 21 Weltcup-Podestplätze, davon aber nur zwei
Siege erreicht hatten. Gibt es dafür eine Erklärung?
Morgenstern: "Ich bin mir sicher, dass das Einstellungssache ist.
In den letzten Jahren hatte ich immer eine punktuelle Zielsetzung mit
Olympischen Spielen oder WM. Da war ich mit dem Kopf immer bei diesen
Wettkämpfen. Heuer habe ich mich vom Sommer weg auf den
Gesamt-Weltcup konzentriert. Der Sieg im Sommer-Grand-Prix war schon
ein gutes Omen. Außerdem ist 2008 ein Skorpion-Jahr, das macht mich
stark."
Das Computerspiel Ski Jump Challenge 08 auf Ihrer Homepage
findet regen Zuspruch. Messen sie sich
da auch mit der Konkurrenz?
Morgenstern: "Ja, freilich spiele ich auch mit. Nach dem ersten
Bewerb in Villach bin ich Zweiter. Ein Spieler mit dem Codenamen
Rainer88 hat drei Punkte Vorsprung auf mich. Keine Ahnung, wie der
das gemacht hat."















