Morgenstern als Trumpf-Ass des starken ÖSV-Teams zur Tournee
Thomas Morgenstern hat am vergangenen Wochenende erstmals in dieser Saison ein Weltcup-Springen nicht als Sieger beendet, doch für die Vierschanzen-Tournee ist er erklärter Favorit.

Foto © GEPAThomas Morgenstern
Die Vierschanzen-Tournee hat ihren erklärten
Favoriten: Thomas Morgenstern ist mit sechs Siegen in den bisherigen
sieben Saisonbewerben die Nummer eins des Springer-Zirkus, der am
kommenden Sonntag (16:30/live ORF 1) in Oberstdorf die
Eröffnungsvorstellung zur 56. Tournee-Auflage gibt. Der 21-jährige
Kärntner will sich zum ersten ÖSV-Gesamtsieger seit Andreas Widhölzl
1999/2000 küren. "Ich habe mit der Tournee noch eine Rechnung offen",
gab sich Morgenstern kampfeslustig.
Erklärtes Ziel.
Der aktuelle "Überflieger" hat vor Saisonbeginn den Gewinn des
Gesamt-Weltcups zu seinem Ziel erklärt und sich nach den jüngsten
Erfolgen zudem ein "Zwischenziel" ausgesucht: Die traditionelle Serie
auf den vier Schanzen in Deutschland und Österreich, bei der er
bisher dreimal Tagesrang zwei sowie die Gesamtränge drei (2004/05)
und zweimal vier (2003/04, 2006/07) erreicht hat. Die Chancen des
Doppel-Olympiasiegers, beide selbst gewählten Vorgaben zu erreichen,
könnten nicht besser sein. "Die Form ist sehr gut, ich kann beruhigt
in die Tournee gehen", sagte Morgenstern, dem durch das Ende der
Siegesserie eine zusätzliche Last genommen wurde.
Top Drei.
ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner bleibt bei seinem
ursprünglichen Tournee-Ziel, das auf einen Gesamtrang unter den Top
drei und einen Tagessieg lautet. Doch er weiß, dass angesichts der
jüngst bewiesenen Stärke des Teams mehr möglich ist. "Die Vorzeichen
sind sehr gut. Wir brauchen nicht tiefzustapeln, denn wir haben die
ersten Vier der Weltcup-Gesamtwertung. Es gibt keine besseren
Voraussetzungen, es ist möglich, die Tournee zu gewinnen", erklärte
Pointner im APA-Gespräch.
Stützen des Teams.
Als die zwei Stützen des Teams, die diese Verantwortung übernehmen
sollen, nannte Pointner Morgenstern ("Er kann mit Druck umgehen")
sowie dessen Zimmerkollegen Andreas Kofler. Bei dem 23-jährigen
Tiroler habe sich die tiefe Enttäuschung über den verpassten Sieg in
Engelberg zum Positiven gewendet. "Seine Motivation ist nach
Gesprächen auf einem sehr hohen Level, etwas Besseres kann man sich
nicht vorstellen", erklärte der Coach.
Unbeschwert Springen.
Gregor Schlierenzauer, der Gesamt-Zweite und zweifache Tagesieger
der Vorsaison, könne hingegen als erst 17-Jähriger weiterhin
unbeschwert springen, so Pointner, der Tiroler sei ein "Jolly Joker".
Als vierter ÖSV-Springer neben den Genannten hat Wolfgang Loitzl in
dieser Saison einen Podestplatz erreicht, womit das ÖSV-Team bei
sechs Siegen, fünf zweiten und drei dritten Rängen hält.
Konkurrenz.
Von der Konkurrenz kamen in sieben Bewerben nur der Schweizer
Engelberg-Sieger Andreas Küttel, die Norweger Tom Hilde (dreimal
Dritter) und Björn Einar Romören sowie der Finne Janne Ahonen
(zweimal) in die Top Drei.
Ahonen könnte mit seinem fünften Gesamtsieg zum alleinigen
Tournee-Rekordler avancieren. Pointner sieht zudem Routiniers wie
Weltcupsieger Adam Malysz (POL) und Simon Ammann (SUI) als harte
Konkurrenten an. "Aber wir sind mannschaftlich geschlossen und in
einer wesentlich besseren Situation als andere."
















