Ruhige Momente, die wie im Flug vergehen
Vier bis fünf Sekunden Ruhe genießt ein Schispringer im Flug. Nur wenig länger bleibt Thomas Morgenstern und seiner Familie zu Weihnachten Zeit zum Innehalten. Dabei wird sogar der Baum zum Glücksbringer.

Foto © APAÜberflieger Morgenstern feiert besinnliche Weihnachten im Kreise der Familie
Anlauf und Schanzentisch bestimmen die wenigen Sekunden, in denen Ruhe herrscht. Dann unten der Aufsprung, das Stadion, die Menschen. Die Zeit, die ein Schispringer scheinbar schwerelos in der Luft verbringt, ist zu kurz, um wirklich genossen zu werden.
Lachen.
Es ist ein am Hang gelegenes gelbes Haus im Oberkärntner Lieserbrücke, das Thomas Morgenstern die Ruhe schenkt, die er sonst nur im Flug findet. Der große Kachelofen im Wohnzimmer ist an diesem Tag noch kalt. Was ist Ruhe? "Die Zeit, in der ich das uns geschenkte Glück genießen kann." Franz Morgenstern ist ein herzlicher Mensch. Das Lachen des Bergbauernsohnes findet sich als unverwechselbares Markenzeichen auch im Gesicht seines Sohnes Thomas. Der ist an diesem Vorweihnachtstag noch nicht zu Hause. Ein Privatjet wird ihn später - direkt vom Weltcup im Schweizer Engelberg - nach Klagenfurt fliegen.
Enge Beziehung.
"Früher", setzt sein Vater an, "früher waren wir am Weihnachtstag immer mit den Kindern Schifahren. Sie durften ja den Baum, den immer meine Frau Gudrun aufputzt, nicht sehen." Bewegung als probates Gegenmittel in Sachen Neugier.
Insbesondere die Beziehung von Vater und Sohn ist eng. Die tausenden gemeinsamen Kilometer im Auto von und zu den Schisprungschanzen haben Nähe geschaffen: "Genau das bedeutet Weihnachten für uns: Nähe. Unsere Töchter Christina und Verena sind hier, dazu Thomas."
Geschenkt wird nach dem "Wichtelsystem": Jeder bekommt von einem zugelosten Familienmitglied ein Geschenk. "Meine Tochter hat das aus Graz mitgebracht und uns hat die Idee gefallen. Wir haben materiell alles, was wir brauchen. Warum sollten wir uns also dem Druck viel schenken zu müssen unterwerfen", sagt Morgenstern.















