Erleichterung bei Raich nach erstem Saisonsieg
Freude und Erleichterung haben sich bei Skirennläufer Benjamin Raich nach seinem ersten Saisonsieg am Sonntag im Bad-Kleinkirchheim-Slalom breitgemacht.

Foto © GEPARaich reflektiert die bisherige Saison
"Ich wusste, jetzt
zählt's. Ich bin froh, dass ich es geschafft habe, es hat gedauert in
dieser Saison. Ich habe heute alles abgerufen, was ich draufhabe. Man
muss sich auch runtertrauen, und gestern habe ich das nicht so
getan", sagte der hinter Hermann Maier (53 Siege) mit 30 Triumphen
nun zweiterfolgreichste Skirennläufer Österreichs in der
Weltcup-Geschichte.
Kleine Schritte. Mit Statistiken beschäftigt sich der 29-Jährige nur am Rande, zum
30. Sieg meinte er. "Es zeigt, dass ich schon sehr viel erreicht
habe, aber es ist nur eine Nebensache. Ich hoffe, dass die Zahl nicht
so lange stehen bleiben wird." Dass er dem Sieg in dieser Saison bis
zum Rennen in den Nockbergen hinterhergefahren ist, hat ihn nicht aus
der Ruhe gebracht: "Man muss nur geduldig und gelassen bleiben. Ich
weiß, was ich will, ist nicht leicht zu erreichen." Angesprochen auf
die Führung im Gesamtweltcup erinnerte er an eine Bergwanderung:
"Wenn man einen großen Berg raufgeht, behält man das Ziel im Auge,
aber man muss einen Schritt nach dem anderen machen."
Ziel. Das Ziel am Sonntag war, zu gewinnen: "Zu sagen, nur der Sieg
zählt, ist falsch, aber heute wollte ich es besonders. Und es war
nicht zu spät", sagte Raich, der vor 9.000 Zuschauern Nervenstärke an
den Tag legte - die ihm immer noch manchmal abgesprochen wird. "Nein,
ich arbeite immer noch mit keinem Mentalbetreuer", sprach also Raich
und fügte hinzu. "Über die Marlies wird auch immer gesagt, dass sie
nicht nervenstark ist. Und sie hat auch schon 15 Slaloms gewonnen. Es
ist sehr schwer, wenn man so schwach ist, dass man gewinnt", meinte
er ironisch. Seine Freundin Marlies Schild hatte ihren Slalom am
Sonntag in Aspen noch vor sich.
Druck. Zum plakativen Beinamen "Retter der Nation" fällt dem stets
bescheiden gebliebenen Skisportler nicht wirklich etwas ein, und mit
großem Druck kann er ohnehin umgehen. "Vielleicht bin ich zu dumm,
dass ich den Druck nicht so spüre", sagte er schnippisch. Natürlich
weiß er um die besondere Rolle des Skisport in Österreich, aber: "Ich
mache mir nur selbst Druck. Mich selbst kann ich kontrollieren, Druck
von außen nicht."
Auslassen, Die Abfahrt in Gröden kommende Woche wird Raich auslassen und nur
den Super-G bestreiten. "Aber ich denke schon, dass ich in Bormio die
Abfahrt wieder fahre, denn da ist ja genug Zeit." Von den Klassikern
im Weltcup hat der Tiroler fast alle gewonnen, oben auf der
Wunschliste steht noch ein Rennsieg in Alta Badia. "Alta Badia ist
immer wieder ein Reiz. Das wäre ein ganz großes Ziel", sagte der
Führende im Gesamtweltcup, der dazu am 16. und 17. Dezember
(Riesentorlauf, Slalom) die Chance bekommt.















