Im Schi-Team ist kein Platz für Langschläfer
Ein Trainingstag der österreichischen Schi-Asse auf der Reiteralm beginnt früh - und kann, wie gestern bei Michaela Kirchgasser, mit einer Verletzung enden.

Foto © GEPADas ÖSV Schi-Team trainiert zur zeit auf der Reiteralm.
Langschläfer haben als Schifahrer, Trainer oder Servicemann keine Chance. Spätestens um sechs Uhr klingelt der Wecker - einige Serviceleute und Schifahrer mit "Heimschläfergenehmigung" sind da bereits unterwegs zur Talstation der Reiteralm. Dabei war das Wetter gestern nicht gerade einladend: Nebel und leichter Regen. Doch das stört niemanden. Denn kurz nachdem man das Schild "Piste wegen Trainingsbetrieb gesperrt" passiert, wuselt es auf dem Parkplatz wie in der Hochsaison. Die Serviceleute sind mit Schiern bepackt wie Tragesel, auch die Schistars greifen zu und tragen ihre Utensilien zur Gondel. "Jetzt einmal alles nach oben bringen, dann gibt es noch einen Kaffee", sagt einer der Serviceleute.
Nebel und nasses Wetter. Die Trainer sind schon auf der Piste - Kurse werden ausgeflaggt, mit Lebensmittelfarbe wird die Linie markiert, damit sich die Läufer im Nebel nicht "verirren". Doch das nasse Wetter und der Nebel haben im Gegensatz zu den Vortagen diesmal kein Einsehen, auch auf dem Berg ist die Sicht fast null. Die gut 80 Zentimeter dicke Schneedecke ist bei der Mittelstation vom Regen ein wenig aufgeweicht.
Emsiges Treiben. Damen wie Herren sind aber trotzdem emsig unterwegs: Einfahren mit dem Trainingsschi, dann Umstieg auf eines der penibel aufgereihten Paare für die Zeitläufe. Im Restaurant arbeitet ein Schuh-Servicemann mit Stephan Görgl an der Feineinstellung. Doch schon bald ist klar: Echte Zeitläufe wird es im Super-G nicht geben, zu schlecht sind die Bedingungen für die schnellen Disziplinen. "Aber trainiert wird trotzdem", sagt Michael Walchhofer, "wir wollen uns ja nicht nachsagen lassen, Schönwetterfahrer zu sein." Trotzdem packen die Fahrer der schnellen Disziplinen nach ein paar Fahrten schnell ihre Sachen.
Gute Slalombedinungen. Die Slalomläufer lässt der Nebel kalt. "Die Piste ist super, eigentlich ist das Training ganz gut", erklärt Philipp Schörghofer. Die Damen haben ihren Slalom auf einer eigenen Piste, werden mit Motorschlitten auf- und abgebracht. Dass man trotzdem täglich mit seiner Gesundheit spielt, muss an diesem Tag Michaela Kirchgasser am eigenen Leib erfahren: Nach einem Sturz überschlägt es die Schi-Schönheit, die erste Diagnose ist wenig erbaulich: Bänderverletzung im Knöchel, drei Wochen Pause. Der Slalom-Auftakt in Levi ist für sie bereits abzuhaken.
Schneemangel in Levi. Wenn der überhaupt in Levi stattfindet. Dort herrschen Frühlingstemperaturen und Schneemangel, am Sonntag fällt die Entscheidung, ob gefahren werden kann. Bereits morgen inspiziert FIS-Renndirektor Atle Skaardal mögliche Alternativen; zwei davon in der Steiermark. Denn neben der Reiteralm hat auch Haus Interesse angemeldet. "Wir drängen uns sicher nicht vor, aber wenn Hilfe gebraucht wird, sind wir bereit einzuspringen", sagt OK-Chef Karl Fischbacher. Eines ist klar: Damit hat er keinesfalls übertrieben. Die Flut an Mannschaften beweist es.















