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Zuletzt aktualisiert: 02.10.2007 um 20:17 Uhr

Götschls Freude am Schnee und auf den Papst

Nach fast sieben Monaten steht Renate Götschl wieder auf Schi. Und am Samstag steht sie in Rom erstmals vor Papst Benedikt XVI.

Zuerzeit steht nur "Freies Fahren" auf dem Trainingsplan

Foto © GEPAZuerzeit steht nur "Freies Fahren" auf dem Trainingsplan

Irgendwie hatte sich Renate Götschl das alles nicht ganz so schwer vorgestellt. Nach der Saison hatte sie sich Mitte März einer Knieoperation unterzogen, um die Folgen eines Sturzes am 1. März mit einem Bruch des Schienbeinkopfs und einer Knorpelabsplitterung in den Griff zu bekommen. Doch von Erleichterung war keine Spur: "Ich konnte nicht laufen, ich konnte beim Krafttraining nicht einmal die einfachsten Dinge ohne Schmerzen machen", erzählt die 32-Jährige.

Schwerwiegende Folgen Ende Juli begab sich Götschl ein zweites Mal unter das Messer - diesmal mit Erfolg. Und seit zwei Tagen darf die "Speed-Queen" endlich wieder das tun, was ihr die größte Freude bereitet: Schi fahren. "Es war ein Genuss. Auch wenn ich mich nur sehr langsam herantaste", sagt die Obdacherin. Im Gegensatz zu ihren Teamkolleginnen vermeidet sie es, durch Tore zu schwingen, versucht nur, das Knie langsam an die Belastung zu gewöhnen. Und zieht doch ein positives Resümee: "Die Entscheidung, mich noch einmal operieren zu lassen, war richtig. Das hätte ich auf jeden Fall getan. Ich will ja auch ohne Weltcup schmerzfrei und gesund sein."

Papst ein Vorbild. In der langen Zeit bis zur Genesung nagten aber auch an Götschl Zweifel. Momente, in denen sie auf ihren Glauben baut: "Das ist etwas, wo man sich festhalten kann. Und man kann mit Gott reden, egal ob es einem gut oder schlecht geht." Kein Wunder, dass sie sich auf den Samstag besonders freut: Denn da bekommt eine große Delegation des Schi-Verbandes eine Audienz bei Papst Benedikt XVI - mit Renate Götschl. "Der Papst ist genauso für viele eine Person zum Anhalten. Insofern habe ich auch den Trubel in Mariazell verstanden. Er ist ein Vorbild, so wie Schifahrer auch. Nur kennen ihn noch viel mehr", sagt sie schmunzelnd. Gelegenheit zum Gespräch wird es kaum geben, vermutet sie. Falls doch, "hätte ich einige Fragen. Auch kritische."

MICHAEL SCHUEN

Hoch und Tief

Die zwei jüngsten Saisonen waren für Götschl turbulent. Nach der Olympia-Enttäusch-
ung beendet sie die Saison 2005/2006 wegen einer Bänderverletzung vorzeitig und dachte sogar ans Karriere-Ende.

Nach dem Wechsel zu Atomic feierte sie Riesen-
erfolge, gewann Abfahrts- und Super-G-Weltcup, ehe sie kurz vor dem Saisonende bei einem Sturz den Schienbein-
kopf zerstörte.

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