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Zuletzt aktualisiert: 05.07.2007 um 20:51 Uhr

Sotschi - Winterspiele unter Palmen

Milliarden-Investitionen sollen die Sommersportregion Sotschi in ein Wintersportmekka verwandeln.

Kaum zu glauben: Hier werden 2014 olympische Spiele ausgetragen

Foto © APAKaum zu glauben: Hier werden 2014 olympische Spiele ausgetragen

Für Jewgenij Pluschenko war es schon Wochen vor dem ominösen 4. Juli 2007 ein Logisches, dass Sotschi in Guatemala-Stadt den anvisierten Zuschlag für die Olympischen Winterspiele 2014 erhalten würde. "Weil der Präsident das gesagt hat", erläuterte Russlands einstiger Star auf zwei Kufen kurz, bündig und unmissverständlich den Beweggrund für seine beinahe penetrante Überheblichkeit.

Fakten

Von den zehn Milliarden Euro, die für Olympia investiert werden, tragen 60 Prozent der Staat, 40 Prozent Privatunter-
nehmen
.

Nabel der Welt. Wladimir Putin hat Wort-, und Pluschenko damit Recht behalten - so viel steht heute fest. Die Stadt am Schwarzen Meer wird in sieben Jahren für 16 Tage den Nabel des olympischen Gedankens spielen. Und spätestens zu diesem Zeitpunkt werden auch all jene, lästigen Gedanken, die so mancher Russe oder Greenpeace-Aktivist vor dem "Ja zu Sotschi" lautstark zum Ausdruck brachte, wohl vergessen sein.

Olympia im Nationalpark. Weil es auszuschließen ist, dass beim packenden Bobrennen 2014 die weltweite Zuseherschaft sich daran erinnern wird, dass die Anlage mitten in einem Urwald und insgesamt 84 Prozent der olympischen Anlagen in einem eigentlich geschützen Nationalpark errichtet wurden. Denn der Westkaukasus ist - so steht es zumindest auf einem Blatt Papier - Teil des Unesco-Weltnaturerbes . . .

Palmen & Bambus. Sotschi, das ist die Hauptstadt des russischen Sommers. Millionen Urlauber pilgern jedes Jahr zur Riviera an der Grenze zu Georgien. Die Küstenstadt beherbergt 330.000 Menschen (Badegäste exklusive) und erstrahlt mit seinen grauen Wohnblöcken im typisch matten Glanz des russischen Baustils. Aber - man lese und staune - Sotschi serviert auch Palmen, Magnolien und Bambus.

Umsiedlungen und Computerpläne. Wo also heute die Flora des Südens erblüht, spielt in sieben Jahren der Wintersport die erste Geige. Rund zehn Milliarden Euro werden für Infrastruktur und Sportstätten in das Unternehmen Olympia 2014 gepumpt. Und das ohne Rücksicht auf Verluste. Einen solchen könnten nämlich die 6600 Einwohner des Küstendorfes Imeretinskaja Dolina erfahren: Ihnen winkt eine Zwangsumsiedelung, da Imeretinskaja Dolina künftig einem Teil des Olympischen Dorfes, dem Eispalast sowie dem Medienzentrum (bisher existiert alles jedoch nur als Computer-Animation) Platz machen muss. Die nicht unwesentliche Frage, ob man die Olympischen Spiele überhaupt wolle, wurde in Imeretinskaja Dolina nie gestellt.

Keine Modernisierung. Seit Sowjetzeiten wurde in Sotschi und Umgebung genau gar nichts modernisiert. Im Winter bricht die Stromversorgung regelmäßig zusammen, da die Hochspannungsleitungen einfrieren und reißen. Die Zugverbindung nach Moskau fällt auch mitunter aus - dann, wenn die Gleise vom Schwarzen Meer unterspült wurden. Aber man ist gewillt, sich diesen Problemen anzunehmen. Alleine für ein neues Stromnetz sollen zwei Milliarden Euro fließen.


Budget

Das operative Budget für die Durchführung der Spiele beträgt 1,5 Milliarden US-Dollar (1,1 Mrd. Euro).

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Foto © APA

Bild vergrößernSotschi wird für die Spiele umgebautFoto © APA

Sotschi

Einwohner: 328.000
Lage: Region Krasnodar am Schwarzen Meer
Frühere Bewerbungen: keine
Konzept: Zwei Wettkampfzonen mit zwei Olympischen Dörfern
Bereits vorhandene Wettkampfstätten: keine
Zustimmung der Bevölkerung: 79 Prozent in der Stadt Sotschi

Foto

Foto © APA

Maria Scharapowa machte Werbung für SotschiFoto © APA

Fakten

Der Flughafen gehört dem Oligarchen Oleg Deripaska, einem der Miteigentümer des österreichischen Baukonzerns Strabag, der sich selbst einige neue Bauaufträge in Russland erwartet. Deripaska selbst will zwei Milliarden Euro zur Förderung der Region in die Hand nehmen.

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