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Zuletzt aktualisiert: 04.06.2007 um 21:57 Uhr

Fritz Pinter: ?Werden hier Zeugen einer Tragödie“

Nach dem Olympia-Ausschluss von 13 Betreuern übt der Kärntner Biathlet Fritz Pinter scharfe Kritik am Vorgehen des ÖOC.

Foto © APA

Praktisch ihr ganzer Betreuerstab wurde vom ÖOC gesperrt – wie kann man sich in so einer Situation überhaupt noch auf den Sport konzentrieren?
FRITZ PINTER: Nur noch schwer. Wir sind gerade im Trainingslager in Faak am See. Ständig wird telefoniert, jeder hat es im Kopf.

Das ÖOC will mit den Sperren quasi reinen Tisch machen zu wollen. Was sagen Sie dazu?
PINTER: Was soll das heißen? Hier werden Leute, die nie etwas Falsches gemacht haben, einfach als Bauernopfer für das IOC benutzt. Damit man dann sagen kann, man hätte etwas getan. Niemand kann sich vorstellen, was es für uns heißt, alle Betreuer auf einen Schlag zu verlieren – ohne Beweise, ohne Grund.

Gemeinhin wird aber vermutet, dass die Betreuer wohl oder übel über ihre gedopten Athleten Bescheid gewusst haben mussten.
PINTER: Und genau das verstehe ich nicht. Glauben die Menschen wirklich, dass jemand der dopt so blöd ist, sich bei offener Zimmertür die Nadel anzusetzen? Wie sollen die Betreuer oder wir also davon gewusst haben?

Und jetzt – was jetzt?
PINTER: Ich kann nur hoffen, dass die Gerechtigkeit siegt. Wer gedopt hat, der muss weg. Das war und ist uns allen klar. Aber wenn das ÖOC an seiner Entscheidung festhält, dann ist das eine Katastrophe. Dann werden wir alle Zeugen einer Tragödie, an deren Ende wir vor dem sportlichen Nichts stehen.

Wie gehen Sie jetzt mit dem Thema Doping um?
PINTER: Wie vorher. Sowohl ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel als auch Cheftrainer Markus Gandler haben uns vor jeder Saison zusammengeholt und ihre Sichtweise zum Thema Doping unmissverständlich dargestellt: Wer dopt, fliegt raus. Damit war für mich die Sache klar. Deshalb bleibe ich auch auf meinem Standpunkt. Jeder kennt die Spielregeln und muss die Konsequenzen tragen, wenn er gegen sie verstößt.

Ihr Ex-Team-Kollege Wolfgang Perner wurde kürzlich ebenfalls des Blut-Dopings überführt.
PINTER: Ich hatte mit ihm schon länger keinen Kontakt mehr und habe es auch nur aus den Zeitungen erfahren. Wenn er es getan hat, dann soll er es zugeben.

Was glauben Sie bedeutet der Doping-Skandal für die Salzburger Bemühungen um die olympischen Winterspiele 2014?
PINTER: ÖOC und IOC haben jetzt ihre Sündenböcke. Ich weiß aber nicht, ob das noch hilft.

INTERVIEW: STEFAN JÄGER

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