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Zuletzt aktualisiert: 09.02.2012 um 12:42 UhrKommentare

Reichelt gefällt die Olympia-Piste, Miller weniger

Hannes Reichelt hat am Donnerstag erneut Trainingsbestzeit auf der Olympia-Piste von 2014 in Krasnaja Poljana aufgestellt. Bode Miller nörgelt weiter. Das Training musste wegen Nebels abgebrochen werden.

Hannes Reichelt

Foto © APAHannes Reichelt

Hannes Reichelt gefällt die Olympiaabfahrt von 2014. Trotz zwei Trainingsbestzeiten für das Weltcuprennen am Samstag in Krasnaja Poljana bleibt der Salzburger aber ganz entspannt. "Ich bin sehr relaxt, ich bin ja keine korrekt gefahren", sagte Reichelt, der nach zwei Torfehlern im ersten Zeitlauf am Mittwoch, im zweiten am Donnerstag einen gemacht hatte. Der US-Amerikaner Bode Miller kam mit Fehler an gleicher Stelle auf die viertbeste Zeit, Freude hat er mit dem Gelände, nicht aber mit der Kurssetzung.

Nach dem Schönwetter vom Vortag war der westliche Ausläufer des Kaukasus am Donnerstag teilweise in Nebel gehüllt. Ein guter Test für Olympia, wo dies zum Problem werden könnte. Nach 36 Läufern wurde deshalb der zweite Zeitlauf abgebrochen, den noch nicht gestarteten Teilnehmern wurde die Möglichkeit gegeben, ab dem Bärenstirn-Sprung (untere und nebelfreie Hälfte) eine nach Belieben flotte Besichtigungsfahrt ins Ziel zu machen.

Bei den Topläufern war noch wenig Nebel in der Piste, allerdings war die Bodensicht schlecht. Dazu kam, dass die Piste ruppiger und noch eisiger geworden war, was bei 2:15 Fahrminuten sehr an die Substanz geht. "Ich versuche, mir ein paar Eisplatten zu merken, bei allen geht das aber nicht", sagte Reichelt. Zum Torfehler meinte er: "Ich bin zu gerade hingekommen und wollte nichts riskieren. Im Rennen hätte ich es aber gemacht." Dass ihm das Auslassen des Tores viel Zeit gebracht habe, glaubte er nicht.

Training abgebrochen

Hinter ihm lagen Christof Innerhofer (ITA/1,09 Sekunden), Johan Clarey (FRA/1,10), Bode Miller (USA/1,25) sowie ex aequo die ÖSV-Läufer Romed Baumann und Joachim Puchner (je 1,55). Auch Klaus Kröll (1,91), Mario Scheiber (2,16), Georg Streitberger (2,61) und Max Franz (15,44) haben die Strecke "Rosa Khutor" vor Nebelabbruch in Angriff genommen. Benjamin Raich hatte in der Früh entschieden, wegen seiner Verkühlung auf einen Start zu verzichten.

Kröll findet sich auf dem Schnee nicht zurecht und sprach von einer "Vollkrise". Er habe versucht, sich einzustellen, trotzdem sei es nicht besser als am Vortag gegangen. Auch der Steirer beging einen Torfehler. Die eng gesteckten Tore im oberen Abschnitt sind für viele Rennläufer nach wie vor eine Plage und lassen sie nicht in Euphorie über die Olympia-Abfahrt ausbrechen, die von vielen ansonsten als sehr schön bezeichnet wird. "Oben habe ich es nicht gut erwischt. Ein zäher Ritt. Es war auch sehr finster, da hat man sich schon überwinden müssen", erklärte Puchner.

Miller klagt weiter

"Mehr Spaß" empfunden hat auch Baumann, der neue Skischuhe ausprobierte. "Heute bin ich richtig gut gefahren, das ist eine ganz lässige Abfahrt", meinte Teamkollege Scheiber und erklärte, in den Abschnitten mit schlechterer Sicht passiver gefahren zu sein. Der Osttiroler glaubt, dass die Kurssetzung für Olympia in zwei Jahren noch etwas geändert werden wird. Auch in Anbetracht dessen, dass ab nächstem Jahr das neue Ski-Material zum Einsatz kommt.

Darauf darf auch Miller hoffen. "Der Berg hier wäre von seinem Gelände her die beste Abfahrt, die ich je gesehen habe. Man bräuchte nur ein, zwei Tore, sonst könnte man uns alles so fahren lassen. Aber das Gegenteil ist der Fall. Mit den vielen Toren ist es der beste Super-G, aber keine Abfahrt. Das ist nicht das, was die Abfahrer wollen", führte Miller am Donnerstag seine Klagen vom Vortag ("Epischer Super-G") näher aus.

Seiner Meinung nach gehe das Goldene Zeitalter zu Ende. Nämlich jenes, in dem die Abfahrer noch Risiko eingegangen sind, um zu gewinnen. "Heute fahren alle gleich, sehen gleich aus, keiner stürzt. So nimmt man dem Sport das Herz. Wenn das so weitergeht, wird es schwierig für mich, mich zu motivieren. Dann werde ich etwas anderes tun." Er habe mit den älteren Fahrern gesprochen, bezüglich der Kurssetzung zu intervenieren, dies habe aber nichts gebracht. "In den letzten Jahren hatte ich im Ziel (einer Abfahrt/Anm.) selten das Gefühl, dass ich am Limit mit meinen Fähigkeiten bin."

Quelle: APA

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