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Zuletzt aktualisiert: 09.02.2010 um 13:21 UhrKommentare

ÖSV-"Adler" haben ihren eigenen Olympia-Horst

Österreichs "Superadler" werden bei den XXI. Olympischen Winterspielen in Vancouver und Whistler nun doch nicht im Olympischen Dorf wohnen.

Werden ihr eigenes Eigenheim beziehen: Österreichs Schispringer

Foto © APWerden ihr eigenes Eigenheim beziehen: Österreichs Schispringer

Nach einem kurzfristigen Antrag durch den ÖSV und dessen Sportdirektor Toni Innauer hat das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) in einem Rundlauf-Beschluss den Schispringern ein Außenquartier zugestanden. Statt im Olympischen Dorf wohnen Gregor Schlierenzauer und Co. nun in einem Haus in Alta Vista.

Damit residieren die Schispringer also in einem Privatquartier unter ÖOC-Führung. ÖOC-Generalsekretär Matthias Bogner bestätigte dies am Dienstag (Ortszeit) gegenüber der APA - Austria Presse Agentur. "Diese selbst auferlegte Bedingung des ÖOC, nämlich dass alle Mannschaftsmitglieder im Dorf untergebracht sind, die gibt es. Die hat man aber in einem Rundlaufbeschluss jetzt dahingehend geändert, dass man den Schispringern zugestanden hat, dass sie dort untergebracht werden können." Das ÖOC hatte vorsorglich auf Grund der Unterbringungsprobleme auch für Betreuer im etwa 3 km außerhalb von Whistler Village befindlichen Alta Vista ein großes Haus mit elf Privatzimmern angemietet.

Akkreditierungen

Da im Olympischen Dorf in Vancouver aus österreichischer Sicht weniger betreuungsintensive Sportarten untergebracht sind als im zweiten Dorf in der Region Whistler, gab es da in Sachen Akkreditierung einige Rochaden. "Wir können Akkreditierungen, die wir für alle Sportarten zugeteilt bekommen, abziehen, um sie in Whistler zu verwenden. Das Problem ist aber, dass man nicht die Betten mitbekommt", erklärte Bogner. Daher gab es für die zusätzlich im "Host Mountain Resort" akkreditieren Leute Unterbringungsbedarf, den man mit dem angemieteten Haus in Alta Vista ausgleichen wollte.

Da es, vor allem aus dem alpinen Lager, zusätzlich auch Einzelzimmerwünsche für das Olympische Dorf gab, wo normalerweise nur Doppelbelegungen vorgesehen sind, konnte das ÖOC mit dieser Vorgangsweise quasi zwei Probleme auf einen Schlag lösen. Den Schispringern, die ja zu den heißesten Gold-Kandidaten im rot-weiß-roten Team gehören, wurde damit der Wunsch nach mehr individueller Betreuung ermöglicht.

Verantwortung

Die Kriterien in Alta Vista werden aber genauso streng sein wie im Dorf. "Wir sehen es als erweitertes Dorf unter unserer Führung, daher haben auch wir die Verantwortung." Die Truppe von Cheftrainer Alexander Pointner wird daher nicht völlig auf sich allein gestellt sein. "Es wohnt jemand vom ÖOC dort, wir führen es so, wie es im Olympischen Dorf ist. Es gibt jemand, der die Zimmereinteilung kennt, jemand, der für Security verantwortlich ist, die auch vor Ort sein wird", erläutert Bogner. Im "Adler-Horst" soll es keinen Zugang für fremde Personen geben, auch nicht für Journalisten.

"Goldschmied" Pointner war jedenfalls über die flexible Vorgehensweise des ÖOC hocherfreut. "Es ist für uns sehr wichtig, weil das Betreuerteam zusammenbleiben kann. Es ist nicht das wichtigste, dass wir ein Außenquartier haben, sondern dass wir dort, wo wir sind, dieses Betreuungssystem weiterführen können", meinte Pointner, der am Dienstag gemeinsam mit Thomas Morgenstern und Wolfgang Loitzl im Olympia-Revier angekommen ist. "Ich bin echt froh, dass das ÖOC unserer Schisprung-Mannschaft das Vertrauen gegeben hat, dass wir in diesem Außenquartier wohnen können", war er erleichtert.

Wegen der Doping-Razzien bei den Spielen in Turin in Privatquartieren von ÖSV-Langläufern und - Biathleten hatte das ÖOC den Grundsatzbeschluss gefasst, keine Unterbringung außerhalb der Olympischen Dörfer mehr zuzulassen bzw. eben nur nach begründetem Antrag von Seiten eines Fachverbandes. "Es steht jedem Fachverband offen, einen entsprechenden Antrag auf ein Außenquartier zu stellen. Dann wird beurteilt, ob es gemacht wird oder nicht", erklärte Bogner. Normalerweise müsse der jeweilige Verband dann selbst für die Kosten aufkommen, im speziellen Fall wird aber das ÖOC die Spesen übernehmen, weil das Quartier ja selbst vom ÖOC besorgt worden war.


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