Schifliegen: ÖSV-Quartett erstmals seit 2004 nicht auf Team-Podest
Die ÖSV-Adler wurden in Planica im Teambewerb nur Vierter. Der Sieg ging an Norwegen. Der zweite Durchgang wurde vor der letzten Gruppe abgebrochen.

Foto © ReutersDie Windlotterie meinte es mit den Österreichern nicht gut
Nur Rang vier im Schiflug-Teambewerb in Planica und
damit erstmals seit fünf Jahren ein Weltcup-Podest verpasst - doch
bei Österreichs Schispringer-Quartett hielt sich die Enttäuschung am
Samstag in Grenzen. Wie am Vortag erzwang böiger, wechselnder Wind
den Abbruch des Bewerbs auf der weltgrößten Flugschanze, vor den
letzten acht Springern kam das Aus. Ex-Weltmeister Norwegen sicherte
sich nach nur einem gewerteten Durchgang souverän den Sieg vor Polen
(31,5 Punkte zurück) und Russland (58,8), Österreich fehlten 19
Punkte auf den im Vorjahr eingenommenen dritten Rang.
26.000 Fans.
Bei den ÖSV-"Adlern", den Weltmeistern von Oberstdorf 2008, war
ein Flug auf 217,5 m von Martin Koch in einer windbegünstigten Phase
vor 26.000 Zuschauern die herausragende Weite, sogar die zweitbeste
des Bewerbs hinter dem Finnen Matti Hautamäki (220,5). Zu freuen
vermochte sich Koch, der im zweiten, nicht gewerteten Versuch vom
Rückenwind schon früh zu Boden gezwungen wurde, aber nicht. "Man
hätte auch Strohhalme ziehen können", sagte der Kärntner WM-Zweite.
"Das einzig Gute war, dass es nicht gefährlich war. Aber ich hätte
mir einen faireren Abschluss gewünscht."
Saison-Ausklang.
Der kann noch kommen, am Sonntag (10.15 Uhr) klingt die Saison mit
einem Einzelbewerb aus. Da könnte Gregor Schlierenzauer die
ÖSV-Bestmarke Andreas Felders von 25 Siegen einstellen. Am Samstag
klappte es bei dem Schiflug- und Gesamt-Weltcupsieger nicht nach
Wunsch, er landete schon bei 185 Metern. "Er ist etwas zu früh
abgesprungen, das hat zusammen mit 2,5 m/sek Rückenwind keine große
Weite zugelassen", erklärte ÖSV-Co-Trainer Marc Nölke. Der Coach
sprach aber der Jury ein Kompliment aus, es sei enorm schwierig
gewesen, den Wettkampf zu steuern.
"Welt geht nicht unter".
So wie Schlierenzauer kamen auch Wolfgang Loitzl (184,5) und
Thomas Morgenstern (178,5) größtenteils windbedingt nicht an ihre im
Probedurchgang gezeigten Weiten heran. Da hatte Loitzl mit 213,0
Metern sogar persönlichen Rekord fixiert. "Es waren heute keine
perfekten Sprünge und in Kombination mit dem Wind kommt dann so ein
Resultat heraus", erklärte Nölke. "Aber deswegen geht nach einer so
großartigen Saison die Welt nicht unter."
Polen auf dem Podest.
Die Österreicher verfehlten das Podest, doch der Pole Adam Malysz,
am Vortag Zweiter, und der Russe Dmitrij Wassilijew, der
Vortags-Dritte, waren erneut bei der Siegerehrung dabei. Für Polen
war es erst der insgesamt zweite Podestplatz in einem Teambewerb nach
Rang drei in Villach 2001.
Features
ÖSV-Quartett
Martin Koch, Gregor Schlierenzauer, Wolfgang Loitzl und Thomas Morgenstern
Fotoserie
Foto

Jubel bei den NorwegernFoto © Reuters
















