Sieben Punkte fehlten Zettel auf die Riesentorlauf-Kugel
Tanja Poutiainen hat Kathrin Zettel im RTL-Weltcup doch noch abgefangen: Im letzten Saison-Rennen rast die Finnin auf Platz zwei. Zettel war zu vorsichtig unterwegs, Platz acht am Ende war zu wenig. Die Slowenin Tina Maze holt sich den Tagessieg.

Foto © GEPAKathrin Zettel ging beim Finale zu zurückhaltend ans Werk
Österreich hat am Samstag in Aare nach der großen
Kugel für den Gesamtweltcup der Herren auch das kleine Kristall für
die Riesentorlaufwertung der Damen verloren. Für Kathrin Zettel war
der achte Tagesrang zu wenig, die Finnin Tanja Poutiainen schnappte
der 22-jährigen Österreicherin mit Platz zwei noch die Trophäe weg.
Der Sieg ging im letzten Saisonrennen an die Slowenin Tina Maze, als
beste Österreicherin landete Elisabeth Görgl an der siebenten Stelle.
Die ÖSV-Damen blieben damit erstmals seit 2001 ohne Kugel.
Vorsprung verspielt. Zettel war mit 41 Punkten Vorsprung in die Entscheidung gegangen,
hatte aber bereits im ersten Durchgang ihre Probleme und war nur auf
Rang elf gekommen. "Ich habe die Saison schon sehr gespürt und hatte
heute nicht mehr wirklich schnelle Füße, ich war müde und habe mir
sehr schwergetan. Dadurch hatte ich dann so einen großen Rückstand
und das ist heute leider zu viel gewesen", sagte die
Kombinations-Weltmeisterin von Val d'Isere, die auch den dritten
Platz in der Weltcup-Gesamtwertung verpasste, der um 13 Punkte an die
Schwedin Anja Pärson ging.
"Es ist hart". Mit vier von acht Rennen hat Zettel genau die Hälfte der
Riesentorläufe gewonnen, während Poutiainen nur einmal voll
erfolgreich war. "Es ist hart. Aber sie war immer vorne mit dabei,
sie ist kontinuierlich auf dem Stockerl gestanden und hat super
Ergebnisse eingefahren. Ich habe leider in La Molina null Punkte
gemacht und in Marburg war ich nicht topfit. Das sind sieben Punkte,
die es ausmachen", meinte Zettel und zeigte sich als faire
Verliererin: "Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass es für mich gut
ausgeht, aber da muss man fair bleiben und Tanja gratulieren."
Fortschritte. Sie sei noch jung, und wenn nicht heuer, dann klappe es vielleicht
nächstes Jahr. "Ich habe im Slalom auch einen großen Schritt nach
vorne gemacht. Generell habe ich vieles weitergebracht in dieser
Saison, auch in den Speed-Disziplinen. Ich bin ganz und gar
zufrieden, es war eine Traumsaison, ich bin froh, dass ich es so heil
rübergebracht habe." Der Druck sei natürlich groß gewesen und sie
habe es nicht ganz verhindern können, dass er trotzdem an sie rankam:
"Ich habe versucht, es zu verdrängen. Aber ich bin auch nur ein
Mensch, ich muss das erst lernen, ich war das erste Mal in so einer
Situation."
Dritte Kugel.
Für die 28-jährige Poutiainen ist es die dritte Kugel ihrer
Karriere gewesen: "Ich war nervös und Kathrin auch. Aber ich wollte
es mit jeder Faser meines Körpers. Es ist ein guter Kampf gewesen,
ich war schneller", sagte die Finnin, die mit einem guten ersten Lauf
viel Selbstvertrauen getankt hatte. "Ich habe aber gewusst, das ist
nur die halbe Miete. Kathrin war die ganze Saison gut, ich hatte auch
gute Rennen. Ich muss auch ihr gratulieren, denn es ist spannend
gewesen. Ich bin sehr happy mit der Saison, es war die zweitbeste
meiner Karriere."
Görgl Neunte.
ÖSV-Damencheftrainer Herbert Mandl meinte, dass das Jahr aufhöre,
wie es sich durchgezogen habe. "Wir haben das Quäntchen Glück nicht
gehabt, es wollte nicht sein." Hinter Görgl und Zettel waren Stefanie
Köhle und Andrea Fischbacher Neunte und Zehnte geworden, Nicole Hosp
beendete die Saison mit einem 16. Platz.
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