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Zuletzt aktualisiert: 04.03.2009 um 11:25 UhrKommentare

Pointner: "Neid muss man sich auch erarbeiten"

Der ÖSV-Erfolgscoach setzt sich für die Gleichstellung mit den Alpinen ein.

Alex Pointner hat mit seinen Adlern noch viel vor

Foto © GEPAAlex Pointner hat mit seinen Adlern noch viel vor

Dem langjährigen Schisprung-Fan fällt es auf: Österreichs Schispringer werden seit einiger Zeit anders vermarktet. Sowohl die Werbespots einer österreichischen Bank, als auch die Präsenz von Cheftrainer Alexander Pointner erhöht den Bekanntheitsgrad der so erfolgreichen ÖSV-Adler zusätzlich. So hat die Analyse von Pointner nach jedem WM-Sprung seiner Schützlinge live im ORF durchaus auch kritische Stimmen im Kollegenkreis des Coaches laut werden lassen. Doch die Präsentation seines Sports ist dem Tiroler sehr wichtig.

Hämisches Grinsen. "Besonders nach dem (vergangenen) Freitag, habe ich gemerkt, dass man sich Neid auch erarbeiten muss. Der Erfolg bringt das mit sich", spricht Pointner noch einmal den WM-Einzelbewerb von der Großschanze in Liberec an. Der Bewerb wurde nach einem Durchgang mit nicht durchwegs gleichen Windbedingungen abgebrochen, nicht gewertet und so kam kein Österreicher in die Medaillenränge. So manch hämisches Grinsen und auch bissiger Kommentar war dabei weder zu übersehen, noch zu überhören.

Unverständnis. "Es macht Spaß, die Schweiz, Deutschland und Norwegen hier zu sehen, und nicht nur immer Österreicher auf dem Podium", meinte Bronzemedaillengewinner Anders Jacobsen bei der Sieger-Pressekonferenz. Selbst im Journalistenkreis wurde der Ärger österreichischer Medienvertreter über den Verlauf des Bewerbs mit Unverständnis aufgenommen. So nach dem Motto: "Habt ihr nicht schon genug gewonnen?" Auch Pointner spürt diese Stimmungslage. "Ich habe plötzlich gemerkt, dass es - auch wenn man nicht einmal durch Eigenverschulden kurzzeitig am Boden liegt - genug Leute gibt, die dann versuchen, ein bisserl draufzutreten."

Fast alles gewonnen. Doch die Österreicher haben in den vergangenen Jahren fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Auf die Einzel-Niederlage erfolgte im WM-Schlussbewerb dann auch der Team-Titel. "Das war die richtige Antwort", meinten Pointner und auch einige seiner Schützlinge unisono. Zuvor hatte Pointner wieder jeden der acht Sprünge im unmittelbaren Anschluss im ORF kommentiert.

Hype. Ein bisschen erinnert die Szenerie vielleicht an den Hype in Deutschland vor rund zehn Jahren, als der deutsche Privatsender RTL rund um Sven Hannawald und Martin Schmitt eine Riesen-Show abgezogen hatte. Und Pointner zieht da durchaus eine Parallele, wenngleich der deutsche Markt freilich weit größer ist. "Ich muss sagen, damals bei Schmitt-Hannawald ist mir das auch extrem vorgekommen, aber mir hat das irrsinnig getaugt, weil ich gemerkt habe, es bewegt unheimlich. Es entstehen Emotionen." Sein Ziel war es immer neben dem sportlichen Erfolg und einem guten Teamgefüge, dem Schisprung-Sport in Österreich einen Stellenwert zu geben und ihn auch auf eine Stufe mit dem Alpin-Sport zu stellen. "Dazu muss er auch dementsprechend präsentiert werden."

Neider. Sein Job leidet nicht darunter, sagt er. "Wenn man das seriös macht und nicht nur nebenbei, dann ist das für das Produkt Schisprung-Weltcup sicherlich in Ordnung. Dass das dem einen oder anderen nicht gefällt und dass es da Neider gibt, ist mir ganz klar."


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