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Zuletzt aktualisiert: 11.01.2009 um 15:01 UhrKommentare

50.000 Fans feierten "Schlieris" Rekordflug

Gregor Schlierenzauer siegte am Kulm mit Schanzenrekord. Koch wurde Dritter, Loitzl blieb nur Platz sieben.

Gregor Schlierenzauer - der Herr der Lüfte

Foto © GEPAGregor Schlierenzauer - der Herr der Lüfte

Die Stille nach der Landung dauerte etwa zwei Sekunden. Momente zuvor war Gregor Schlierenzauer über den Bakken gegangen und weiter als jemals ein Mensch am Kulm geflogen: 215,5 Meter sollte die Tafel am Auslauf später anzeigen.

Brutale Landung. Davor rang Schlierenzauer nach seinem schier unglaublichen Satz zum Schanzenrekord, den bislang Sven Hannawald mit 214 Metern aus dem Jahr 2003 gehalten hatte, noch mit Physik und Physis. Die brutale Landung ließ den Tiroler einen Moment lang wanken, doch dann schnellten die Fäuste in den blauen Himmel über dem Kulm - Jubelschreie aus 50.000 Kehlen durchbrachen die angespannte Ruhe.

Fahnenmeer. Als der Halbzeit-Führende Simon Ammann seinen zweiten Sprung bereits nach 195,5 Metern landete verwandelte sich die Menschenmenge endgültig in ein rot-weiß-rotes Fahnenmeer.

"Geiles Gefühl". "Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben noch während des Fluges die jubelnde Menge neben der Schanze bemerkt. Das war ein unglaublich geiles Gefühl", sagte Schlierenzauer, der damit auch bei seinem fünften Schifliegen ganz oben am Podest aufsetzte. Dort erwartete ihn mit Martin Koch der zweite "Flugspezialist" im österreichischen Team, der auf Platz drei sprang.

Hinter Erwartungen. Lokalmatador und Tournee-Sieger Wolfgang Loitzl, der am Vortag noch als Zweiter der Qualifikation eine Fortsetzung des jüngsten Triumphzuges witterte, blieb hinter den Erwartungen der tausenden Fans zurück, die in diesem Jahr vor allem des "Wuffs" wegen den Kulm gestürmt hatten. So tief saß der Ärger beim zuletzt mit Erfolgen verwöhnten Bad Mitterndorfer, dass er nach zwei Sprüngen über 196 und 186 Meter wortlos und sichtlich enttäuscht das Areal verließ.

Zweite Chance. Apropos Enttäuschung: Die legte sich bei Thomas Morgenstern am Samstag ein wenig . Der Gesamtweltcup-Sieger des Vorjahres legte von 183,5 Meter im ersten auf 200,5 Meter im zweiten Durchgang zu und wurde in der Endabrechnung Sechster. Die nächste Möglichkeit zur Verbesserung wartet auf Loitzl und Morgenstern bereits am Sonntag - ab 14 Uhr geht es am Kulm wieder auf Weitenjagd.

Kritik. Die gab am Samstag allerdings auch Anlass zur Kritik: Nach seinem Rekordflug klagte Schlierenzauer über Krämpfe im Oberschenkel. Der Zweitplatzierte Ammann kritisierte die Jury für ihre Entscheidung, den Anlauf im zweiten Durchgang zu verlängern.

STEFAN JÄGER

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