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Zuletzt aktualisiert: 30.12.2008 um 19:11 UhrKommentare

Vom Dopingfall zum Tournee-Mitfavoriten

Dmitrij Wiktorowitsch Wassilijew landete in Oberstdorf sensationell auf Platz drei. Der Russe war der bisher einzige Dopingfall im Schispringen.

Nach seiner Doping-Sperre wieder in der Weltspitze: Dmitrij Wassilijew

Foto © ReutersNach seiner Doping-Sperre wieder in der Weltspitze: Dmitrij Wassilijew

Der Rummel nach dem Sieg von Simon Ammann vor Wolfgang Loitzl beim Tournee-Auftakt in Oberstdorf war groß. Und so ging er fast unter, der sensationelle dritte Platz von Dmitri Wassilijew. Der Russe hatte sich mit der Höchstweite im zweiten Durchgang (136 m) auf das Podest katapultiert.

Kein Unbekannter. Dmitrij Wiktorowitsch Wassilijew - ganz so ein Unbekannter ist der 29-Jährige vom ZSK Lokomotive Ufa aber nicht. Vor allem in den Reihen der FIS, wo der Russe 2001 traurige Berühmtheit erlangte. Denn nach seinem überraschenden zweiten Platz in Garmisch wurde Wassilijew am 4. Jänner nach dem ebenso sensationellen dritten Rang am Bergisel als bisher einziger Schispringer des Dopings überführt. Wassilijew hatte sich des unlauteren Mittels Furosemid bedient - dieses wirkt harntreibend und hilft beim Abnehmen. Die logische Folge: Zwei Jahre Sperre.

Nach Sperre zurück. Heute ist Wassilijew wieder dick da. Zu verdanken hat er seinen Aufschwung Ex-DSV-Cheftrainer Wolfgang Steiert. Der Schwarzwälder hat die Russen seit 2004 unter seinen Fittichen und konnte seither schon einige Teilerfolge landen. Steierts Aushängeschild ist zweifelsohne Wassilijew - und ihm ist es noch am ehesten zuzutrauen, die utopischen Ziele des russischen Verbandes zu erfüllen. Für Olympia 2014 in Sotschi werden nämlich alle drei Gold-Medaillen gefordert.

Viel Arbeit. Auf Steiert, der mit rund 30 Russen in Finnland und Hinterzarten trainiert (in Russland existiert nämlich noch keine wettkampftaugliche Schanze), wartet also viel Arbeit. Am Geld scheitert es nicht - das Team wird von Gazprom gesponsert. Und so wundert es nicht, dass Russlands Springer im Mannschaftsbus von Schalke 04 (ebenfalls von Gazprom gesponsert) durch die Alpen kutschieren.

ALEXANDER TAGGER

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