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Zuletzt aktualisiert: 20.12.2008 um 15:11 UhrKommentare

Walchhofer beendet die ÖSV-Durststrecke

Michael Walchhofer gewinnt die Abfahrt von Gröden vor Bode Miller (USA) vor Manuel Osborne-Paradis (CAN).

Michael Walchhofer

Foto © APAMichael Walchhofer

Das Warten auf einen Abfahrtssieg der österreichischen Schiherren hatte am Samstag nach 370 Tagen ein Ende. Michael Walchhofer holte sich in eindrucksvoller Manier Platz eins beim Klassiker in Gröden und sorgte damit für den ersten Sieg in der Königsdisziplin seit seinem Erfolg am 15. Dezember 2007 an selber Stelle. "Ich habe den Ski richtig runtergeprügelt", meinte der 33-Jährige, der beim Ritt über Kamelbuckeln und Ciaslat-Wiese den 14. Weltcup-Triumph seiner Karriere feierte.

Abfahrtskrimi. In 1:50,57 Minuten - die Abfahrt wurde aufgrund von starkem Wind im oberen Abschnitt um 300 m verkürzt - verwies Walchhofer in einem packenden Abfahrtskrimi vier Nordamerikaner auf die Plätze zwei bis fünf. Hinter Walchhofer folgten nämlich Bode Miller (USA), Manuel Osborne-Paradis (CAN), Marco Sullivan (USA) und der zweifache Trainingsschnellste Erik Guay (CAN). Insgesamt sieben Nordamerikaner landeten am Ende unter den Top-Ten. Aus ÖSV-Sicht belegte Klaus Kröll als zweitbester Athlet Rang sechs, Romed Baumann und Hermann Maier landeten auf den Plätzen 16 und 17.

"Fast zu Tränen gerührt". "Es war eine richtige Kampffahrt, ich habe von oben bis unten gefightet", berichtete Walchhofer, der am Freitag nach Rang 40 im Super G völlig ratlos gewesen war. Walchhofer hatte sich nämlich seinen großen Rückstand trotz Windes nicht wirklich erklären können. "Umso spannender war es heute nach der Zieldurchfahrt. Durch den gestrigen Tag war dieser Sieg noch spezieller, ich bin fast zu Tränen gerührt. Das ist sicher einer meiner schönsten Erfolge", meinte der dreifache Familienvater, der diesmal nicht auf den neuen Doppeldecker-Ski seines Ausrüsters Atomic zurückgegriffen hat.

Teamplayer. Walchhofer gab sich in Gröden als echter Teamplayer. "In erster Linie fährt man natürlich für sich. Aber in dieser Situation fährt man schon mehr für Österreich, denn im Moment kommt ja außer mir meistens keiner für Abfahrtssiege infrage." Walchhofer hat durch seinen Erfolg auch die Führung im Abfahrts-Weltcup übernommen, diesen will er ja in dieser Saison unbedingt zurück nach Österreich holen.

Kröll muss weiter auf Sieg warten. Kröll hat sich zwar als zweite Kraft hinter Walchhofer etabliert, auf den ersten Weltcup-Triumph muss der Steirer aber weiter warten. Diesmal vergab Kröll den möglichen Sieg im oberen Teil, unten zählte er dann zu den absolut schnellsten. "Schwer zu sagen, warum ich oben so viel verloren habe, die Fahrt war aber unterm Strick okay. Ich hatte ein richtig gutes Gefühl."

Weltcup. Wie viele andere Kollegen und Experten fühlte sich auch Kröll durch den Sieg von Walchhofer bestätigt. "Walchhofer war für mich von vornherein der absolute Topfavorit, er ist der Spezialist für solche Fälle." Der Weltcup geht nun am Sonntag (Riesentorlauf) und Montag (Slalom) in Alta Badia weiter. Die Reise zum nächsten Südtiroler Weltcup-Ort hat Aksel Lund Svindal trotz eines enttäuschenden 34. Platzes in der Abfahrt als Gesamt-Leader in Angriff genommen.


Fotoserie

Fakten

1. Michael Walchhofer AUT
2. Bode Miller USA
3. Manuel Osborne-Paradis CAN
4. Marco Sullivan USA
5. Erik Guay CAN
6. Klaus Kröll AUT
7. Erik Fisher USA
8. Ambrosi Hoffmann SUI
9. Steven Nyman USA
10. Thomas Lanning USA

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