"Die letzte österreichische Hoffnung hat gehalten!"
Die Nordamerika-Herrenrennen standen im Zeichen der großen Comebacks. Nach Maier und Svindal beendete auch Raich seine Durststrecke und ist zurück im Kampf um die Kugel.

Foto © AP
"Die letzte österreichische Hoffnung hat gehalten!" Auch der Platzsprecher in Beaver Creek hatte am Sonntag begriffen, dass da gerade etwas sehr Wichtiges für die große Schination "Austria" passiert war. Als Benjamin Raich mit einer Hundertstel Vorsprung auf Ted Ligety (USA) zum unerwarteten Sieg im Riesentorlauf gestürmt war, atmete man im rot-weiß-roten Lager hörbar durch. Raich ist mit diesem Comebacksieg wieder im Rennen um die große Kristallkugel.
Unverhofft kommt oft. Der 30-jährige Pitztaler sorgte mit seinem Erfolg in Colorado auch dafür, dass die Nordamerika-Rennen der Saison 2008/2009 endgültig im Zeichen der großen Comebacks standen. Nach Hermann Maier (erster Sieg seit fast drei Jahren in Lake Louise) und Aksel Lund Svindal (gewann ein Jahr nach schwerem Sturz in Beaver Creek Abfahrt und Super-G) verhinderte auch der frühere Weltcup-Gesamtsieger und Doppel-Olympiaiseger Raich eine einjährige Sieglosigkeit.
Dabei war angesichts Platz acht und über einer Sekunde Rückstand auf Ligety nach Lauf eins die Riesentorlauf-Bilanz in Beaver Creek schon gezogen gewesen. Aber unverhofft kommt oft und Raich stürmte mit einer famosen Fahrt doch noch zu seinem 31. Weltcupsieg.
"Explosion". "Nach dem ersten Durchgang habe ich mir das nic$ht mehr unbedingt zugetraut. Ich habe aber nochmals alles gegeben und das Letzte aus mir rausgeholt. Das ist auch notwendig, wenn man gewinnen will", fasst Raich seine "Explosion" zusammen. Sätze, die der ruhige Tiroler auch während der langen Durststrecke immer wieder in alle Mikrofone und Schreibblocks diktiert hatte. "Wenn die Resultate nicht da sind, gibt es schnell viele Zweifel. Aber das ist nichts Neues für mich", blieb Raich auch im Triumph unaufgeregt.
Nach dem ersten Saisonsieg ist Raich nach 7 von 37 Herrenrennen mit 193 Punkten Fünfter in der Gesamtwertung, wenn auch schon 152 Zähler hinter dem klar führenden Svindal.
Heldenbuch. Dass der seit Sonntag 36-jährige Maier in der Gesamtwertung Zweiter hinter Svindal ist, war die eigentliche Sensation der Nordamerika-Serie. "Fantastisch, was er geleistet hat. Das ist eine weiter Seite in Hermann Maiers Heldenbuch", verbeugte sich auch Giger. Der Sieg von Raich sei auch eine Bestätigung für das gute Teamwork. "Wir haben bei ihm bewusst in den vergangene Wochen einen Technik-Schwerpunkt gesetzt und auch in Beaver Creek mit den Kräften gespart. Das hat sich im Riesentorlauf voll ausgezahlt", so Giger. "Damit ist Benni wieder zurück im Rennen.
Features
Fakten
364 Tage nach seinem letzten (Slalom-)Sieg stand Raich wieder ganz oben, ist nun gleichauf mit Bode Miller der zweiterfolgreichste aktive Schirennläufer hinter dem bei 54 Siegen haltenden Maier.















