Svindal kehrt ganz ohne Angst zurück
Aksel Lund Svindal stand am Dienstag am Start der Abfahrt in Beaver Creek. Auf jener Abfahrt, auf der er im Vorjahr so schwer gestürzt war. Doch Angst ist für den Norweger trotzdem ein Fremdwort.

Foto © GEPADer Ehrgeiz hat Aksel Lund Svindal wieder gepackt
Fast wie in Zeitlupe war Aksel Lund Svindal immer mehr in Rücklage geraten - unaufhörlich und unausweichlich. Dann ein Krach, der Norweger rutschte in die Fangzäune, blieb regungslos liegen, schwer verletzt, mit tiefen Schnittwunden im Gesäß, Nasen- und Jochbeinbrüchen. Es war das erste Abfahrtstraining in Beaver Creek vor einem Jahr, am 27. November 2007.
Cool bleiben. Am Dienstag kehrte Aksel Lund Svindal auf die "Birds-of-Prey-Piste" zurück. Nach einem Jahr Zwangspause ist der Norweger zum Saisonauftakt in Sölden in den Weltcup zurückgekehrt, schon jetzt wartet die wohl härteste Bewährungsprobe, der Kampf gegen die Erinnerungen an jener Stelle, an der er so schwer gestürzt war. Doch Angst oder auch nur Nervosität sind für den Norweger trotzdem ein Fremdwort. "Warum auch? Ich mag die US-Rennen, die Atmosphäre ist immer einmalig. Und ich freue mich darauf, die Menschen im Krankenhaus zu sehen, die mich vor einem Jahr gepflegt haben. Die waren super", meinte Svindal vor der Reise nach Colorado. Auch wenn er den "Golden Eagle Jump", der ihn abwarf, vorsichtig heranging. "Ich will im Training nur versuchen, ein gutes Gefühl zu bekommen. Und dann einfach cool bleiben", lautet sein Rezept.
Nur keine Fehler. Wichtig ist es, sich ganz auf das Schifahren, auf die Technik zu konzentrieren, meint Svindal. "Stürze passieren doch nur, wenn man Fehler macht." Und genau die wollte er sich diesmal verkneifen, auch wenn er sich nach der Zwangspause schon wieder bereit fühlt, um ganz vorne mitzufahren - in Lake Louise fuhr er immerhin als Abfahrts-Siebenter und Super-G-Neunter zwei Mal unter die Top Ten.
Schwierig. Dass die Raubvogel-Piste ein schwieriges Terrain ist, mussten auch schon andere spüren, wie ein Blick auf die prominenten Ausfälle zeigt: Hans Knauß, Werner Franz, Patrick Ortlieb sowie die Olympiasieger Jean-Luc Cretier und antoine Deneriaz erwischte es 1997, Hannes Trinkl und Daron Rhalves ein Jahr später, auch Bode Miller, Bruno Kernen oder Erik Guay sahen in den folgenden Jahren das Ziel nicht. Nur einen bringt das nicht aus der Ruhe: Hermann Maier. Der Salzburger ist nach seinem Sieg in Lake Louise für viele auch in seinem "Wohnzimmer", in dem er acht Siege feierte, Favorit. Nur Trainer Andi Evers steigt auf die Euphoriebremse: Das hier sind ganz andere Dimensionen. Hier muss man am Limit fahren."
Features
Fotoserie
Programm
Herren in Beaver Creek/USA
Donnerstag: Super-Kombi (Abfahrt 19 Uhr, Slalom 22.30 Uhr)
Freitag: Abfahrt (19 Uhr)
Samstag: Super-G (19 Uhr)
Sonntag: Riesentorlauf (17.45 bzw. 20.15 Uhr)
Damen in Lake Louise/Kanada
Freitag: 1. Abfahrt (20.15 Uhr)
Samstag: 2. Abfahrt (20.15 Uhr)
Sonntag: Super-G (19 Uhr)
Foto

Aksel Lund Svindal nach seinem SturzFoto © Reuters















