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    Zuletzt aktualisiert: 15.11.2008 um 18:32 UhrKommentare

    Schranz: "Meine Schutzengel hatten alle vier Jahre frei"

    Schi-Legende Karl Schranz wird 70. Warum er als Funktionär nicht taugt, wann, wie reich er wirklich ist und was er sich wünscht.

    Schi-Legende Karl Schranz

    Foto © APASchi-Legende Karl Schranz

    Flughafen Wien, ein Mann geht durch die Abflughalle, Touristen drehen sich tuschelnd um. Ist er's, oder ist er's nicht? Er ist's - Karl Schranz - Österreichs einst erfolgreichster Schifahrer, Österreichs wohl tragischster Olympiaheld. Über 200.000 Menschen bereiteten ihm 1972, nach seinem Ausschluss von den Olympischen Spielen in Sapporo in Wien einen triumphalen Empfang. Am kommenden Dienstag feiert die Schi-Ikone ihren 70. Geburtstag. Aber wie ein 70-jähriger sieht er beileibe nicht aus. Das Haar ist zwar ergraut, ein paar Fältchen zieren das Gesicht, aber in den Augen lodert noch immer ein Feuer. Er war stets ein unbequemer, machte sich in seinem Leben nicht nur Freunde und charakterisiert sich selbst als Egoist. Im Gespräch mit der Kleinen Zeitung zeigte Karl Schranz aber auch seine andere Seite - den weichen Kern unter der teils raueen Schale.

    Schmeckt der Kaffee Herr Schranz?
    Karl Schranz: Der Kaffee schmeckt sehr gut.

    Aber ein Leiberl, mit dem Schriftzug eine Kaffeefirma kostete Ihnen 1972 die Olympia-Teilnahme in Sapporo. Vergeht einem da nicht der Appetit auf geröstete Bohnen?
    Schranz: An meinen Olympia-Ausschluss habe ich beim Kaffeetrinken noch nie gedacht.

    Wie lief der Kaffeeskandal eigentlich genau ab?
    Schranz: Das war eine kleine Firma. Der hat uns Schifahrer die Ausrüstung zum Fußballspielen zur Verfügung gestellt. Aber der Amerikaner, der Oberg'scheite (IOC-Präsident Avery Brundage Anm.) hat gemeint ich hätte viel Geld verdient.. Das war ein Witz, einfach lächerlich und leider von Österreichern provoziert.

    Quasi eine hausinterne Verschwörung gegen den besten Schifahrer.
    Schranz: So in etwa. Es kam aus dem Österreichischen Olympischen Komitee heraus.

    Was waren die Gründe?
    Schranz: Ich war damals in aller Munde und habe ihnen Sachen gesagt, die sie nicht so einfach akzeptieren wollten. Der Amateurstatuts etwa war schon lange ein Problem. Und unsere haben vor dem Brundage immer Angst gehabt und waren untertänig. Die haben halt lieber mit mir etwas gemacht. Aber was soll's.

    Tut's heute noch weh?
    Schranz: Ich habe kein Problem mehr damit.

    Olympia und Karl Schranz das hat nicht zusammengepasst?
    Schranz: Da ging es nicht nur um mich alleine. Wir waren eine kleine Nation. Einen Franzosen, Deutschen oder Amerikaner hätten sie in Sapporo nicht ausgeschlossen. Aber mit dem kleinen Österreich ging das. Darum waren auch so viele Leute bei meinem Empfang. Es war eine Beleidigung der Österreicher.

    Haben Sie mit 200.000 Menschen gerechnet, als sie aus Sapporo zurückkehrten?
    Schranz: Nein. Ich habe gemeint, dass ich zum Herrn Bundekanzler gehe und Grüß Gott sage und danach gleich den nächsten Flug nach Tirol nehme. Aber das war nicht der Fall.

    Hatte da auch der wilde Hund Karl Schranz damals feuchte Augen?
    Schranz: Feuchte Augen habe ich gehabt, aber daran war der Fahrtwind schuld.

    Das sagen Sie jetzt.
    Schranz: Nein, nein. Natürlich berührte es einen, denn aus Eis und Stein ist man ja nicht.

    Haben Sie jemals geweint?
    Schranz: Natürlich, beim Tod meiner Eltern, meiner Geschwister und von guten Freunden. Dafür hat man ja die Tränen.

    Vier Jahre vor Sapporo, 1968 in Grenoble , gab es wohl Tränen der Wut. Schließlich hat man Sie um den Olympiasieg betrogen. Die Mär sagt sogar, dass sich der französische Staatspräsident Charles de Gaulle für einen Olympiasieger Jean-Claude Killy eingesetzt haben soll? Schranz: Das weiß ich nicht, aber es ist eine Tatsache, dass eine Gruppe interessiert war, dass Killy alle Goldmedaillen gewinnt.

    Man hat Ihnen Gold gestohlen?
    Schranz: Ja, es war eine Gaunerei. Und Unrecht bleibt Unrecht, auch nach Jahrzehnten.

    Für die jüngeren Leser. Was ist damals, in diesem berühmten Nebelslalom , eigentlich passiert?
    Schranz: Bei meinem Lauf hat einer die Piste gequert und ich bin rausgefahren. Ich habe dann noch einen Start bekommen, das ist heute normal und habe gewonnen. Aber plötzlich hat man mir gesagt ich sei disqualifiziert, weil ich zwei Tore ausgelassen hätte.


    Zur Person

    Karl Schranz wurde am 18. November 1938 in St. Anton am Arlberg geboren. Er wurde dreimal Weltmeister, gewann zweimal den Gesamtweltcup, sowie den Disziplinenweltcup zweimal in der Abfahrt und einmal im Riesenslalom.

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    Foto © APA

    Karl Schranz anl. des Empfangs nach seinem Ausschluss von den Olympischen Spielen in Sapporo 1972Foto © APA

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    Foto © APA

    Schranz bei einem Heimrennen am ArlbergFoto © APA

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