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Zuletzt aktualisiert: 26.10.2008 um 18:41 UhrKommentare

Die Schweizer Kampfansage

Schweizer Käse? Keine Spur! Zum Auftakt in Sölden schlugen die Eidgenossen im Doppel zu: Daniel Albrecht gewann vor Didier Cuche.

Die strahlenden Sieger von Sölden - Daniel Albrecht und Didier Cuche

Foto © APADie strahlenden Sieger von Sölden - Daniel Albrecht und Didier Cuche

Vor gar nicht allzu langer Zeit wurden in der Schweiz Inserate geschaltet: "Retten Sie eine aussterbende Rasse. Den Schweizer Schi-Sieger." Geldmangel, Nachwuchssorgen und vor allem die regelmäßige Watsch'n, die die einstige Schi-Großmacht von den Österreichern bekam. Die Eidgenossen schwankten zwischen Leid- und mit Blick auf Österrreich zu Neidgenossen.

Diese Zeiten sind vorbei. Die Schweiz ist wieder Schi-Großmacht - und bewies das ausgerechnet zum Saisonauftakt auf österreichischem Schnee in Sölden. Und wie: Daniel Albrecht und Didier Cuche fuhren dem Feld um die Ohren, lagen beide über eine Sekunde vor dem drittplatzierten Ted Ligety. Eine Demonstration, die sich angekündigt hatte. "Heuer kannst du mir ein paar Seiten reservieren", hatte Albrecht am Samstag schon einem Schweizer Journalisten vom Boulevard-Blatt "Blick" mit schelmischem Grinsen zugeraunt. Eine starke Ansage, aber nicht ohne Grund.

Verflogene Nervosität. Denn Albrecht, der als einer der Ersten bei Atomic auf den neuen "Doppeldecker" gesetzt hatte, erstaunte vor knapp zwei Wochen sogar das "Team USA" rund um Bode Miller, als die beiden zusammen trainierten. "Ich wusste also vor Sölden, dass ich schnell bin. Aber ich war trotzdem nervös: Was ist, wenn ich so fahre, wie ich will und hinten bin?", sagte Albrecht. Die Nervosität war nach Bestzeit in Lauf eins verflogen. Und im zweiten Durchgang hielt der Walliser auch der Cuche-Attacke stand.

Länderkampf eröffnet. So gab es für die Schweiz den ersten Sieg in Sölden seit 1996 - der Länderkampf gegen Österreich ist eröffnet. Vor allem von Albrecht, der in Stams zur Schule gegangen war und auf die Frage, ob Schweizer Siege in Österreich noch besser schmecken, antwortete: "Nein, ich hab' ja gute Beziehungen zu den Österreichern. Und überhaupt muss man aufpassen, weil die Österreicher sonst gleich zurückschlagen." Die Kampfansage an alle anderen gab's trotzdem: "Wenn es in der Abfahrt bei mir klappt, bin ich für den Weltcup ein heißer Tipp!"

MICHAEL SCHUEN

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