Aufschrei im Schizirkus
Schi-Asse kritisieren wenige Tage vor dem Weltcupstart in Sölden die fehlende Sicherheit bei den Rennen. "Es herrscht Stillstand in der Sicherheitsfrage."

Foto © GEPAHermann Maier: "Es wurde viel zu wenig getan"
Die vergangene Saison im alpinen Schi-Weltcup war
wie kaum eine zuvor vom Thema Sicherheit geprägt. Eine lange Liste an schwer verletzten Athleten hat einen Schatten über den Weltcup-Tross
geworfen, die Spitze des Eisberges war die Unterschenkelamputation von Matthias Lanzinger nach seinem Sturz am 2. März 2008 in Kvitfjell. Jüngstes Beispiel ist Marlies Schild, die nach einem Trainingssturz in Sölden die gesamte WM-Saison verpasst.
"Zu wenig passiert." Der Aufschrei im Weltcup-Tross und in den Medien war nach dem Lanzinger-Drama im Frühjahr 2008 gewaltig, wirklich viel geändert hat
sich seitdem jedoch scheinbar nicht. Das sah auch Hermann Maier wenige Tage vor dem
Weltcup-Auftakt am Wochenende in Sölden so: "Es ist sehr wenig passiert. Wie so oft bei solchen Sachen gab es zunächst großen Aufruhr, aber dann hat sich wieder alles verlaufen." Der Salzburger wurde aber laut eigenen Angaben von Günter Hujara,
dem Herren-Renndirektor des internationalen Schiverbandes FIS, zur Teilnahme an Sicherheitsmeetings eingeladen.
Oberste Priorität. Walchhofer meinte klipp und klar: "Mängel wie in Kvitfjell dürfen nie wieder passieren." Andreas Buder hat im Jänner nach einem schweren Sturz in Kitzbühel einen reibungslosen Abtransport erlebt, das müsse aber auch bei den Rennen außerhalb Österreichs gewährleistet sein. Laut ÖSV-Alpinchef Hans Pum hatte das Thema Sicherheit bei den Meetings mit dem internationalen Schiverband FIS in
Südafrika und der Schweiz oberste Priorität. Beim Thema Rettungshubschrauber herrschen nun klare Verhältnisse. "Der Medical Guide ist überarbeitet worden. Es ist dabei festgelegt worden, wie
die Rettungshubschrauber ausgestattet sein müssen, wie der Abtransport vonstattengehen muss", berichtete Pum.
Maßnahmen. Renndirektor Hujara möchte schwere Unfälle mit einer Reihe von Maßnahmen bekämpfen: "Optimale Pistenpräparierung, Reduzierung der Geschwindigkeiten, Maßnahmen bei der Kurssetzung, Regulierung des Materials und bestmögliche Ausrüstung." Die Material-"Revolution" der
vergangenen Saison (neue Taillierungen = breitere Schi, niedrigere Standhöhen = tiefere Position) hat jedoch eigentlich nur Geld gekostet, die Verletzungen sind eher mehr als weniger geworden.
Für Maier steht fest, dass gerade in der Materialfrage "in Zukunft noch sehr viel passieren muss". Ein Restrisiko wird aber ohnehin
immer bleiben, das liegt in der Natur des Rennsports.
Bestens gerüstet. Bei den Auftakt-Riesentorläufen der WM-Saison 2008/09 am Samstag (Damen) und Sonntag (Herren) in Sölden ist höchster Sicherheitsstandard garantiert."Bei den Weltcup-Rennen in Österreich ist stets der höchste Sicherheitsstandard gewährleistet, das war schon immer so und wird
auch heuer in Sölden wieder so sein. Für Sölden ist ein super Sicherheitsplan ausgearbeitet worden", erklärte Rennleiter Rainer Gstrein. In Sölden am Start wird auch Hermann Maier sein. Der
Salzburger war zuletzt durch die Folgen eines hartnäckigen grippalen Infekts gehandicapt, meinte jedoch am Dienstag: "Der Sölden-Start wird sich ausgehen, es wird von Tag zu Tag besser."
Features
Auftakt
Weltcupauftakt ist am kommenden Wochenende in Sölden mit den Riesentor-
Nach Sturz
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Schild musste zwei Mal operiert werdenFoto © APA















