Mayer weist Vorwürfe zurück: "Fünf Euro in der Tasche"
Neuer Zündstoff im Doping-Skandal rund um Walter Mayer. Bekam er 290.000 Euro "Schweigegeld"?

Foto © GEPAWalter Mayer
Herr Mayer, der "Kurier" hat berichtet, Sie hätten vom Salzburger Olympia-Lobbyisten Erwin Roth für die "Übertragung sämtlicher publizistischer Verwertungsrechte" 290.000 Euro erhalten?
WALTER MAYER: Ich habe die Geschichte gelesen und kann nur sagen: das Geld hätte ich gerne! Den Vertrag gibt es, doch es gibt weder einen Film über mich noch ein Buch von mir. Ich habe das Geld daher nie gesehen.
Aber das Geld soll bereits auf Ihrem Konto liegen?
MAYER: Ehrlich, ich weiß nicht genau, wo es liegt. Da muss ich mich erst schlau machen. Wie man weiß, hatte ich in der Vergangenheit einige Sorgen. Ich habe das Geld jedenfalls nicht angerührt, ich weiß, dass ich die Summe wieder zurücküberweisen muss.
Sie wissen aber über Ihren Kontostand Bescheid?
MAYER: Ich habe ein Konto, auf dieses wird mein Gehalt überwiesen. Auf diesem Konto bin ich mit 35.000 Euro im Minus.
Manche Menschen haben zur Bank kein Vertrauen und heben ihr Geld lieber zu Hause auf...
MAYER: Ich habe fünf Euro in der Geldtasche und meine Visa-Karte ist gesperrt. So sieht es bei mir finanziell aus.
Der Vertrag mit Erwin Roth wurde am 5. Februar dieses Jahres abgeschlossen. Sie haben Ihre Klage gegen das Internationale Olympische Comite (IOC) nur drei Tage später, am 8. Februar, zurückgezogen. Ist das nur ein Zufall?
MAYER: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun! Ich weiß, im "Kurier" wird gemutmaßt, ich hätte die 290.000 Euro als eine Art Schweigegeld bekommen. Das ist völlig aus der Luft gegriffen. Wenn ich das Geld hätte, würde ich die Zeitung verklagen.
Herr Mayer, können Sie uns sagen, wie hoch Sie tatsächlich verschuldet sind?
MAYER: Mein Gesamtschuldenstand beläuft sich auf rund 450.000 Euro. Allein von den Anwaltskosten sind noch über 76.000 Euro offen. Ich bin im Privatkonkurs, die Angelegenheit ist aber noch nicht abgeschlossen.
Wie kommt man als ehemaliger ÖSV-Langlauf-Trainer zu 450.000 Euro Schulden?
MAYER: Ich hatte bekanntlich in der Ramsau eine Pension. Da wurde umgebaut und dementsprechend investiert.
Zurück zum Vertrag mit Herrn Roth. Vielleicht kommt es doch noch zu einem Mayer-Buch oder -Film?
MAYER: Das ist mein Kaffee. Würde diesbezüglich etwas laufen, dürfte ich darüber nichts erzählen.
Features
Doping-Skandal
Durch den Turiner-Dopingskandal im Jahr 2006, in Folge dessen auch Ermittlungen in der Wiener Humanplasma-Causa ins Rollen gekommen waren, drohte Österreich der Olympia-Ausschluss. Das IOC beließ es aber dann im Mai 2007 beim Ausschluss einzelner Sportler und Betreuer (darunter Mayer) und strich dem ÖOC umgerechnet 740.000 Euro an Fördermittel.















