Alles neu in der Nordischen Kombination
Schisprung-Renndirektor Walter Hofer räumt mit den doch unübersichtlichen Formaten völlig auf.

Foto © GEPAChristoph Bieler ist noch skeptisch
Der Internationale Schiverband FIS hat sich bei seinem Kongress in Kapstadt zu einer umfassenden Reform der
Nordischen Kombination entschlossen und für die strategische Umsetzung den Schisprung-Renndirektor Walter Hofer verpflichtet. Hofer räumt mit den doch unübersichtlichen Formaten (vor allem diverse
Langlauf-Ansätze wie Hurricane-Start) völlig auf. Künftig gibt es nur noch ein Format: ein Sprung und ein Langlauf (10 km).
"Weniger ist mehr". Wettkämpfe mit zwei Schisprung-Durchgängen oder Langlauf-Massenstarts wird es nicht mehr geben, der komplizierte Auf- und Abstieg zwischen A- und B-Weltcup ebenfalls abgeschafft. "Weniger ist mehr. Wir gehen zurück zu den Wurzeln", sagt Hofer. Das neue Format wird anlässlich der Sommer-Wettkämpfe bei drei Bewerben getestet, bevor der FIS-Vorstand eine definitive Entscheidung fällt.
"Es war unser Ziel, mit der Kombination in eine bessere Position zu kommen", meinte der Nordische Direktor im ÖSV für Schispringen und Kombination, Toni Innauer, am Freitag gegenüber der APA. Innauer sitzt ja selbst als Ersatz für den zurückgetretenen Günter Chromecek im Board der Entscheidungsträger.
"Task force" Bei einer "task force" in Zürich habe Walter Hofer den Auftrag bekommen. "Das ist sicher der richtige Weg", glaubt Innauer. Auch die
Athleten haben ja bei der FIS seit Jahren eine bessere Vermarktung ihres Sports eingefordert. WM- oder Olympia-Bewerbe würden den Kombinierern dadurch keine
verloren gehen, versichert Innauer, denn man werde eben künftig auch von der Normalschanze springen. Nach der Entscheidung für die alpinen Schi-Weltmeisterschaften in Schladming 2013 ist quasi ja nun der Weg frei für die Nordischen, auch ihre WM wieder nach Österreich zu
holen.
Wierdererkennungswert. Für die Kombinierer gilt es nun, sich möglichst schnell auf die neuen Gegebenheiten einzustellen. "Dass in der Kombination etwas passiert, ist eine sehr gute Entscheidung. Ob die Änderungen gut oder schlecht sind, wird sich herausstellen. Ich find' es schade, dass es
die zwei Grundbewerbe nicht mehr geben soll", meinte Christoph Bieler auf APA-Anfrage. Grundsätzlich stimme er aber darin überein, dass der Kombination zuletzt mit auch vielen Experimenten der Wiedererkennungswert gefehlt habe. Wichtig werde sein, dass sieht z.B. auch Mario Stecher so, dass die Aufteilung der Punkte vom Springen, die Langläufer nicht noch mehr bevorteile.
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Fakten
"Ich glaube
an das Potenzial der Nordischen Kombination, sich als eigenständige
Sportart zu verkaufen."
Walter Hofer
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