Späte Genugtuung für Knauß: Einigung nach Dopingklage
Es wurde Stillschweigen über den Vergleich mit "Ultimate Nutrition" vereinbart.

Foto © GEPAHans Knauß
Fast drei Jahre nach seinem von einem
positiven Nandrolon-Dopingtest erzwungenen Karriere-Ende hat
Ex-Schirennläufer Hans Knauß eine späte Wiedergutmachung erfahren. Der
37-jährige Steirer hat sich mit dem von ihm geklagten
US-Nahrungsergänzungsmittelhersteller "Ultimate Nutrition" sowie
dessen Rohstoff-Lieferanten kurz vor der Hauptverhandlung in
Connecticut finanziell geeinigt. Details des außergerichtlichen
Vergleichs wurden nicht bekanntgegeben. "Das ist die letzte Bestätigung für mich, damit ist die Sache
endlich vom Tisch", sagte ein zufriedener Knauß. Über die Höhe der
Einigung, die nicht unbedingt als Schuldeingeständnis des schon
mehrfach von Sportlern erfolgreich geklagten Herstellers gewertet
werden darf, wurde Stillschweigen vereinbart.
Zufriedenstellendes Ergebnis.
Aber sowohl der Ex-Rennläufer aus dem WM-Kandidatenort Schladming
als auch dessen US-Anwalt Howard Jacobs sprachen von einem
zufriedenstellenden Ergebnis. "Der Ausgang ist äußerst positiv für
mich", bekräftigte Knauß, für den besonders wichtig war, dass so wie
bereits vom obersten Sportgericht, nun auch in den USA nach seinen
Angaben vorsätzliches Doping ausgeschlossen wurde. Man kann davon
ausgehen, dass Knauß zumindest eine der zwei verlorenen Saisonen
finanziell ersetzt wurde.
Stets Unschuld beteuert.
Der frühere Kitzbühel-Sieger und Bruder des mehrfachen
Profi-Weltmeisters Bernhard Knauß hatte - wie viele andere Sportler -
stets beteuert, nicht vorsätzlich gedopt zu haben und Opfer eines von
ihm seit dem Jahr 2000 problemlos verwendeten, verunreinigten
Nahrungsergänzungsmittels geworden zu sein. Dennoch war der
Österreicher wegen eines im November 2004 nach der Abfahrt in Lake
Louise/Kanada abgelieferten positiven Dopingtests (Nandrolon) von der
FIS für 18 Monate gesperrt worden. Man habe die Aktiven ausdrücklich
vor der Verwendung solch gefährlicher, weil eventuell kontaminierter
Mittel gewarnt, hieß es damals u.a. in der Begründung.
Rücktritt.
Knauß verpasste wegen der Sperre auch die WM 2005 in Bormio. Als
dann auch der Oberste Sportgerichtshof CAS im Juli 2005 die
angestrebte Reduzierung auf 12 Monate ablehnte und dieses Urteil über
eineinhalb Jahre trotz "nur geringer Nachlässigkeit des Sportlers"
und der aktiven Mithilfe von Knauß bei der Aufklärung der Affäre
bestätigte, trat Knauß am 20. Juli 2005 zurück und verklagte im
darauffolgenden Oktober das in Connecticut/USA beheimatete
Unternehmen "Ultimate Nutrition".
Doping-Affäre beendet.
Im Verfahren, in dem Knauß auch vom Grazer Anwalt Christian Fick
unterstützt wurde, lenkte das beklagte Unternehmen nun kurz vor der
Hauptverhandlung in New Haven ein und stimmte einem Vergleich zu. Für Knauß ist die Doping-Affäre damit spät, aber endgültig
erledigt, er wird keine weiteren Ansprüche anmelden. "Damit ist es
vorbei. Ich werde keinen Menschen mehr klagen. Ich bin einfach nur
froh, dass es endlich vorbei ist", so Knauß, der am kommenden
Wochenende wieder als Autorennfahrer in Monza startet.
Features
Hans Knauß
Geboren: 9. Februar 1971 in Schladming
Wohnort: Schladming
Familienstand: verheiratet mit Barbara, Tochter Nella, Sohn Leo
Hobbys: Autorennen, Motorrad fahren, Bergsteigen, Mountainbike
Größte Erfolge:
Weltcup:
- 7 Einzelsiege (3 Super G, 3 RTL, 1 Abfahrt)
- Premierensieg RTL Alta Badia 1995, letzter Sieg RTL Kvitfjell
2003
- Platz 2 Super-G-Weltcup 95/96 und 97/98,
Platz 3 RTL-Weltcup
96/97 und 02/03,
Platz 5 Gesamt-Weltcup 97/98 und 98/99
WM:
- Silber RTL 2003 St. Moritz
- Bronze Super G 1999 Vail
- Abfahrts-Vierter 1999
- Super-G-Vierter 1997 Sestriere
Olympia:
- Super-G-Silber 1998 Nagano
- RTL-Vierter 1998 Nagano
Fakten
Seit seinem Rücktritt ist Knauß als Co-Kommentator und Experte bei
alpinen Schirennen im ORF-Fernsehen im Einsatz, außerdem hat der
Familienvater eine















