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Zuletzt aktualisiert: 08.08.2012 um 16:26 UhrKommentare

Ein Sieg ohne Lohn

Die 49er-Segler Nico Delle Karth und Niko Resch holen im Medal-Race zwar den Sieg, aber den dänischen Seglern reicht ein dritter Platz, um den rot-weiß-roten Seglern die Bronze-Medaille wegzuschnappen.

Nico Delle Karth und Niko Resch

Foto © ReutersNico Delle Karth und Niko Resch

Der beherzte Einsatz von Nico Delle Karth/Niko Resch am Mittwoch im Medal Race bei den Olympischen Spielen vor Weymouth and Portland in der 49er-Segelklasse ist unbelohnt geblieben. Der Tiroler Steuermann und sein Kärntner Vorschoter kamen sensationell gut weg, feierten einen souveränen Start-Ziel-Sieg, mussten sich am Ende im Kampf um Bronze aber mit Rang vier begnügen. Das dänische Boot, das sich vor der Medaillenentscheidung in besserer Ausgangsposition befand, ging mit Allan Nörregaard/Peter Lang als glücklicher Bronzemedaillengewinner hervor.

Als Olympiasieger standen bereits vor dem letzten Rennen am Mittwoch die Australier Nathan Outteridge/Iain Jensen fest, auf dem Silberrang waren die Neuseeländer Peter Burling/Blair Tuke fix gebucht. Dahinter ritterten gleich fünf Nationen um den begehrten dritten Platz. "Die Briten und Franzosen haben wir selbst im Griff, die müssen wir schlagen. Was die Dänen und Finnen betrifft, müssen wir darauf hoffen, dass sie ein paar Boote hinten landen", hatte Delle Karth vor der Entscheidung gesagt.

Und es klappte zunächst alles nach Maß, nach einem risikoreichen, aber perfekten Start segelten die Österreicher der Flotte davon, die Konkurrenzboote um Edelmetall lagen weit zurück. Dänemark war zur Hälfte des Rennens nur Siebenter. "Jedes Boot, dass die Engländer stört, ist uns recht" und "jetzt muss Australien noch die Dänen holen", lauteten Kommentare von Lasersegler Andreas Geritzer, der wie 470er-Vorschoter Florian Reichstädter im Pressezentrum in Weymouth vor dem Fernseher mitfieberte.

Am Ende siegte Österreich zwar hochverdient, doch Dänemark hatte sich mit Wettfahrtrang drei hinter Österreich und Neuseeland im Gesamtklassement auf Rang drei vorgearbeitet - mit nur vier Punkten Vorsprung auf die Österreicher.

Freude und Enttäuschung

"Freude und Enttäuschung, beides ist gleichermaßen da", sagte Delle Karth nach der Rückkehr in den Hafen. "Wir sind ein irrsinnig gutes Medal Race gefahren und haben uns in dem Rennen wirklich nichts vorzuwerfen. Wir hatten einen gewaltigen Start. Nach eineinhalb Runden, als die Briten hinter uns waren und Druck gemacht haben, habe ich schon gedacht, das halte ich nicht drei Runden aus", meinte er weiter.

Doch man habe die Briten auf Distanz gehalten. "Wir haben alles richtig gemacht. Und dann hat auf der letzten Kreuz der Däne gepokert, ist über links gefahren, wo die ganze Zeit mehr oder weniger nichts gegangen ist. Er hat es aufgeholt, das war dann nicht mehr in unserer Hand", musste der 28-jährige Delle Karth eingestehen.

Ebenso wie folgendes: "Die Enttäuschung ist groß, aber heute haben wir die Medaille nicht verloren." Nach der ersten Tonne habe er einen Überblick gehabt, aber ihm war bei den Verhältnissen mit Leichtwind klar, dass bis zur letzten Vorwind, bis ins Ziel noch immer irgendwas passieren könne." Auf der letzten Vorwind habe er es seinem Vorschoter Resch gesagt, dem ebenfalls klar war: "Dass es nicht aufgegangen ist, ist bitter. Aber die Medaille haben wir in der Serie davor verloren."

Das Duo wusste schon vor dem Rausfahren, dass es ein hartes Stück Arbeit wird und man auch auf Schützenhilfe angewiesen ist. "Wir haben uns gesagt, wir wollen die Chance wahren. Und das haben wir getan. Und jetzt wollen wir nicht zu viel Trübsal blasen", sagte Delle Karth. Sportdirektor Georg Fundak meinte, dass es schwierig sei, wenn man in die letzte Wettfahrt gehe und nicht alles selbst in der Hand habe: "Sie haben im Medal Race alles gemacht, was sie machen konnten. Sie haben einen super Job gemacht, waren aber von anderen abhängig."

Österreich Segler bleiben damit bei den Sommerspielen in Großbritannien ohne Medaille. Am Donnerstag sind noch Matthias Schmid/Florian Reichstädter im Medal Race der 470er-Klasse im Einsatz, sie haben aber keine Chance mehr, noch unter die besten drei zu kommen.

Quelle: APA

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