Norwegen erster Halbfinalist, Brasilien out
Brasiliens Handball-Damen-Nationalteam ist am Dienstag bei Olympia in London im Viertelfinale durch ein 19:21 gegen Norwegen ausgeschieden, mit ihm sieben Spielerinnen von Hypo Niederösterreich.

Foto © APA
Exakt die Hälfte des brasilianischen Kaders ist beim österreichischen Serienmeister unter Vertrag. Nach der Vorrunde mit Siegen in fünf Spielen hatte es noch nach einem möglichen Medaillengewinn ausgesehen. Pech, dass es dann gegen den Peking-Olympiasieger und Weltmeister ging.
In diesem Match wurde aber einmal mehr klar, wie wertvoll die Hypo-NÖ-Abteilung für die Brasilianerinnen ist. In allen sechs Matches haben Ana Paula Rodrigues, Silvia Pinheiro, Alexandra Nascimento, Daniela Piedade, Francine Cararo, Fernanda Da Silva und Samira Rocha mehr als die Hälfte der brasilianischen Tore geschossen, wobei Nascimento in der Vorrunde auftrumpfte. Mit 32 Toren führte sie die Torschützenliste an, agierte auch als erste Siebenmeter-Schützin.
Gegen die Norwegerinnen klappte es nur bis zur Pause (13:9). Eine Wurfausbeute von 41 Prozent war aber letztlich zu wenig. Nascimento war mit fünf Treffern erneut beste Werferin ihrer Equipe, doch sie kam erstmals im Turnierverlauf auf weniger als 50 Prozent Effektivität. "Wir haben leider unsere Chancen nicht genutzt, sie schon. Das war der Unterschied", sagte die 30-Jährige. Piedade: "Ihre Konter waren tödlich. Das war ein Lehrbeispiel, wie man seine Chancen wegwerfen kann."
Ehemalige hotVolleys
Ein Trio mit schon etwas länger zurückliegender Österreich-Vergangenheit strebt aber noch mit den US-Herren die erfolgreiche Volleyball-Titelverteidigung an. William Priddy, David McKienzie und Richard Lambourne waren in der Saison 2001/02 mit weiteren Landsleuten bei den hotVolleys in Wien unter Vertrag. Ziel des US-Verbandes war es, dass sich die US-Truppe schon im Klub miteinander einspielt. Spätestens mit dem Goldgewinn in Peking 2008 hat sich das mehr als rentiert.
McKienzie (33 Jahre), Priddy (34) und Lambourne (37) haben einen großen Anteil daran, dass das Durchschnittsalter im US-Kader über 30 Jahre liegt. Libero Lambourne ist der älteste Spieler im 20-köpfigen US-Aufgebot und bei keinem Klub mehr engagiert. Er wurde von Coach Alan Knipe der Routine wegen einberufen. Knipe lässt nur selten mit Libero spielen, zudem zählt der nun beim Kuwait Sporting Club engagierte Außenangreifer McKienzie derzeit nicht zur ersten Garnitur.
Beim 3:0 am Montag gegen Tunesien bekamen aber beide reichlich Einsatzminuten, dafür wurde Priddy geschont. Der Außenangreifer von Zenit Kasan ist Teil der US-Grundsechs, für ihn sind es die dritten Spiele. Von 2009 bis 2011 war er Team-Kapitän gewesen, ehe er nach einem Ellbogencheck durch zwei Gesichtsoperationen länger ausgefallen ist. Die Kapitänswürde hat Clayton Stanley übernommen und auch nach Priddys Rückkehr in die Equipe behalten.
Die Gruppenphase brachten die US-Herren einwandfrei als Gruppensieger hinter sich, nur gegen Russland gab es eine 2:3-Niederlage. Europameister Serbien und Deutschland wurden 3:0, Weltmeister Brasilien 3:1 besiegt. Am Mittwoch geht es ab 17.00 Uhr MESZ im Viertelfinale gegen Italien. Der Vize-Europameister musste sich bereits Polen und Bulgarien geschlagen geben. Der Sieger trifft am Freitag im Semifinale auf den Gewinner aus Brasilien gegen Argentinien.
Trainer der "US-hotVolleys" war Hugh McCutcheon, der Neuseeländer coachte die US-Amerikaner auch zum Olympiasieg. So hatte es das Konzept vorgesehen. Auch beide Beach-Goldenen gingen 2008 an die USA, für die Volleyball-Damen gab es "nur" Silber. Da war klar, dass McCutcheon übernehmen musste. Noch nie haben die US-Damen Weltcup, WM oder Olympia gewonnen, er soll es richten. In der Gruppenphase hat es bestens geklappt, es wurden nur zwei Sätze abgegeben.
Österreicher bei andern Nationen
Österreich ist und war in London aber nicht nur durch die ÖOC-Athleten, -Trainer und -Funktionäre sowie in Österreich tätige Legionäre vertreten, sondern auch durch österreichische, bei anderen Nationen engagierte Coaches. Simon Nausch übernahm vor zwei Jahren nach seiner Beach-Volleyball-Karriere die Tschechinnen Marketa Slukova/Kristyna Kolocova, führte sie über einen Sieg gegen ÖVV-Paar Doris und Stefanie Schwaiger bis ins Viertelfinale. Nausch ist der Freund Slukovas.
Schon eine Goldmedaille hat mit Peter Seisenbacher ein anderer österreichischer Trainer in der Tasche. Der Olympiasieger von 1984 Los Angeles und 1988 Seoul betreut Georgiens Judo-Team und konnte den am zweiten Olympia-Wettkampftag fixierten Titelgewinn des erst 20-jährigen Lascha Schawdatuaschwili in der Klasse bis 66 kg selbst kaum glauben. "Es ist unglaublich", sagte der Wiener. "Es ist wirklich eine große Überraschung, dass er seine Nerven unter Kontrolle gehalten hat."













