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    Zuletzt aktualisiert: 05.08.2012 um 18:38 UhrKommentare

    Murray holte Olympia-Gold - Federers Traum geplatzt

    Der Brite Andy Murray besiegt im Olympia-Wimbledon-Finale den Favoriten Roger Federer (SUI) klar in drei Sätzen mit 6:2 6:1 6:4. Del Potro holte Bronze mit Sieg über Djokovic.

    Bronze: Juan Martin Del Potro; Gold: Andy Murray; Silber: Roger Federer

    Foto © APABronze: Juan Martin Del Potro; Gold: Andy Murray; Silber: Roger Federer

    Foto

    Foto © AP

    Ein Schmatz für Freundin Kim Foto © AP

    Andy Murray schlug die Hände vor das Gesicht und sank überwältigt auf die Knie. Soeben hatte er ausgerechnet im Olympia-Finale in Wimbledon den Favoriten und siebenfachen Wimbledonsieger Roger Federer bezwungen. In Federers "Wohnzimmer" bot Murray am Sonntag zweifelsohne eine starke Leistung, der Schweizer Superstar leistete aber weniger Gegenwehr als erwartet, ehe es nach nur 1:56 Stunden 6:2,6:1,6:4 für den Außenseiter hieß. Der 24-jährige Murray stürmte auf die Tribüne und umarmte seine Freundin und Familie, während Federer geschlagen und gedemütigt den Centre Court von Wimbledon verließ. Mit dem Einzel-Olympiasieg in London ist der Schotte Murray endgültig in den Herzen aller Briten angekommen. Federers Traum vom ersten Olympia-Gold im Einzel und "Golden Slam" ist hingegen vorerst geplatzt. Es war vielleicht die bitterste Niederlage in der so erfolgreichen Laufbahn des 17-fachen Grand-Slam-Turniersiegers.

    "Unglaublich!"

    Murray deklassierte den Schweizer Weltranglisten-Ersten drei Tage vor dessen 31. Geburtstag und holte auf eigenem Boden den ersten großen Titel seiner Karriere. Zugleich nahm er Revanche für die Vier-Satz-Niederlage im Wimbledon-Endspiel vor vier Wochen. Gleich den ersten Matchball nützte Murray mit einem Ass. "Unglaublich! Ich habe in meiner Karriere ein paar schwere Niederlagen kassiert. Das war der beste Weg, nach Wimbledon zurückzukommen", betonte Murray nach der wohl besten Leistung seines Lebens.

    Fotoserie: Olympia: Murray vs. Federer - Tag der Revanche

    Federer muss dagegen weiter auf sein erstes Einzel-Gold bei Olympia warten. 2008 hatte er in Peking gemeinsam mit Stanislas Wawrinka Olympia-Gold im Doppel geholt. Bronze ging in London überraschend an Juan Martin del Potro. Der Argentinier bezwang im Spiel um Bronze den Serben Novak Djokovic 7:5,6:4. Ein später Lohn für das große Match gegen Federer, als er sich im Halbfinale am Freitag erst nach 4:26 Stunden mit 17:19 im dritten Satz hatte beugen müssen.

    In einen Rausch gespielt

    Für Federer war dieses Match vielleicht auch ein Mitgrund für sein nicht so spritziges Antreten am Sonntag, denn der Eidgenosse präsentierte sich doch fehlerhafter als sonst (31 unerzwungene Fehler). Außerdem vermochte er keinen seiner insgesamt neun Breakbälle zu nützen. Murray hingegen spielte sich, wohl auch angespornt von den Erfolgen der gesamten britischen Olympia-Mannschaft, schnell in einen Rausch. Die 15.000 Zuschauer auf dem berühmtesten Centre Court sorgten für großartige Atmosphäre.

    Bis zum 2:2 im ersten Satz war es ausgeglichen, doch dann machte der Weltranglisten-Vierte nicht weniger als neun Games in Folge: Dass er gegen einen Federer in Wimbledon einmal 6:2,5:0 führen würde, hätte sich der vierfache Grand-Slam-Finalist wohl auch nicht gedacht. Angefeuert von den frenetischen Briten und "Andy, Andy"-Sprechchören war Murray auch in der Folge nicht mehr aufzuhalten.

    Als ihm auch im dritten Satz zum 3:2 das Break gelang, war das mit so viel Spannung erwartete olympische Finale endgültig entschieden. Und es war völlig überraschend ähnlich einseitig verlaufen wie am Vortag das Damen-Endspiel, als Serena Williams der Russin Maria Scharapowa gar nur ein Game überlassen hatte. Federer war wie immer ein Gentleman und sportlicher Verlierer. "Es ist schade, aber es war trotzdem ein großer Tag für mich. Vielleicht war ich emotional erschöpft. Er war besser, viel besser als ich, aber ich bin mit Silber zufrieden", sagte Federer.

    Murray verpasst mit Robson Olympiasieg im Mixed

    Andy Murray hat seine zweite Tennis-Goldmedaille übrigens knapp verpasst. Wenige Stunden nach seinem eindrucksvollen Einzel-Erfolg gegen den Schweizer Roger Federer verlor der Schotte am Sonntagabend mit seiner Partnerin Laura Robson gegen das topgesetzte weißrussische Duo Wiktoria Asarenka und Max Mirnyi mit 6:2,3:6,8:10. Das Spiel um Bronze ging an Lisa Raymond/Mike Bryan (USA-3), die Sabine Lisicki/Christopher Kas (GER) 6:3,4:6,10:4 besiegten.


    Herren-Einzel

    • Gold: Andy Murray (GBR)
    • Silber: Roger Federer (SUI)
    • Bronze: Juan Martin Del Potro (ARG)

    Foto

    Foto © APA

    Roger Federers Traum von Gold ist geplatztFoto © APA

    Andy Murray (GBR/25)

    • Geb.: 15. Mai 1987 in Dunblane
    • Wohnort: London
    • Profi seit 2005
    • Größe/Gewicht: 1,90 m/84 kg, Rechtshänder
    • Aktuelle WRL-Plätze: 4. (bisher bestes: 2./17.8.2009)/Doppel: 74.
    • Karriere-Preisgeld (Einzel und Doppel): 21,473.551 US-Dollar (17,5 Mio. Euro)

    Größte Erfolge:

    • Einzel-Titel: 23, bisher noch kein Grand-Slam-Titel
    • Olympia: Einzel-Gold 2012, Mixed-Silber 2012
    • Grand Slam: Finali US Open 2008, Australian Open 2010 und 2011, Wimbledon 2012

    Persönliches

    War am 13. März 1996 (wie sein Bruder Jamie) im Schulgebäude der Primary School in Dunblane, wo ein Amokläufer 16 Erstklassler und deren Lehrerin getötet hatte.

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      Daten & Fakten

      Die XXX. Olympischen Sommerspiele fanden von 27. Juli bis 12. August in London statt. Über 16 Wettkampftage wurden in 39 Disziplinen in 26 Sportarten 302 Goldmedaillen vergeben. Rund 10.500 Athleten aus 205 Ländern waren dabei.

       


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