Die Gold-Mission ist erfüllt
Die US-Basketballer rehabilitierten sich für Schmach von Athen und bezwangen Spanien in einem packenden Finale mit 118:107.

Foto © ReuetrsKobe Bryant in Siegerpose
Als die Siegerehrung längst vorbei war und alle Fotos gemacht waren, versammelten sich die Spieler des neuen Olympiasiegers um ihren Trainer. Jeder nahm seine Goldmedaille ab und hängte sie Mike Krzyzewski, "Coach K", wie sie ihn rufen, um den Hals. Bei aller Dramatik dieses hochklassigen Basketballfinales, bei allen Drei-Punkt-Würfen und Slam-Dunks, dies war die Szene des Tages. Sie drückte alles aus, was die amerikanische Mannschaft 2008 ausmacht und was sie von der des Jahres 2004 unterscheidet. Teamgeist. "Alle sagen, NBA-Stars sind selbstsüchtige, arrogante Einzelkämpfer. Aber was wir heute gesehen haben, ist der Erfolg einer Mannschaft", sagte Kobe Bryant. Es ist der Erfolg von "Coach K".
Jahrgang 2008.
Sie wollten kein neues "Dreamteam" werden, sie waren als "Redeem-Team" angetreten, und die Wiedergutmachung ist gelungen. Jetzt steht der Jahrgang 2008 fast auf einer Stufe mit den US-Basketball-Helden von 1992 um Michael Jordan und Larry Bird, als zum ersten Mal NBA-Stars bei Olympia mitspielten und den Sport weltweit veränderten. Ohne ein Spiel zu verlieren wurde die Millionärstruppe Olympiasieger.
13. Basketball-Gold.
Es ist das dreizehnte Basketball-Gold für Amerikas Herren, seit diese Sportart 1936 ins olympische Programm aufgenommen wurde. Nicht weniger hätten sie erreichen dürfen. Gold und spektakuläre Auftritte, um die Bronze-Schmach von Athen vergessen zu machen, hatten die Fans in der Heimat gefordert. Die Mission ist gelungen. "Wir waren am Tiefpunkt. Und wir haben Amerikas Basketball wieder dahin zurückgeführt, wo er hingehört: an die Spitze", sagte Carmelo Anthony von den Denver Nuggets. Dafür hätten sie ihr Herzblut gegeben und auf den freien Sommer verzichtet.
Lebenstraum.
Der Olympiasieg ist der erste internationale Erfolg einer amerikanischen Mannschaft seit 2000. Das "dunkle Zeitalter", wie die Jahre von 2002 bis 2006 in der amerikanischen Presse fast schändlich bezeichnet werden, ist vorbei. "Als ich im NBA-Finale war, dachte ich, das wäre etwas Großartiges. Aber den NBA-Titel zu gewinnen ist gar nichts im Vergleich damit, für mein Land eine Goldmedaille zu gewinnen", sagte LeBron James.
Für Kobe Bryant, der am Samstag 30 Jahre alt geworden ist, erfüllte sich ein ganz persönlicher Lebenstraum. Als Dreizehnjähriger hatte er 1992 das "Dreamteam" im Fernsehen bewundert und sich gewünscht, eines Tages auch Olympiasieger werden zu können. Nun ist er am Ziel.













