Nach Debakel: Jetzt wird erst einmal analysiert
Nach der Super-G-Schlappe der Herren gibt es keine Konsequenzen - vorerst.

Foto © GEPAMichi Walchhofer
Just Hansi Hinterseer war es, der bisher mit einem Makel leben musste: 1976 in Innsbruck war er im Riesentorlauf 14. geworden und damit bis heute in der Statistik der am schlechtesten platzierte Österreicher bei Olympischen Winterspielen; sieht man vom Slalom 1984 in Sarajevo und der Kombination 1992 in Val d'Isére/Albertville ab. Da kam allerdings gar kein Österreicher ins Ziel. Jetzt darf Hinterseer sich diesen Rekord mit Benjamin Raich teilen. Was beide nicht besonders freut.
Nicht gefreut haben sich auch die ÖSV-Trainer, stehen sie doch zum x-ten Mal vor derselben Frage: Ist Österreich jetzt schlecht und muss es Änderungen geben oder nicht? Der Schock war riesengroß. Die erste Reaktion kennt man hingegen: "Das müssen wir analysieren, ganz genau", sagte Cheftrainer Anton Giger.
Schnell könne man ohnehin nichts ändern, das weiß auch Michael Walchhofer. "Man kann vieles ändern, im Grunde geht es aber darum, dass wir wieder schnell Schi fahren müssen." Und Konsequenzen sind in der Vergangenheit im ÖSV ohnehin selten gewesen. Präsident Peter Schröcksnadel hatte schon nach der Niederlage von Kitzbühel erklärt: "Das Potenzial ist ja da. Ich kann niemanden rauswerfen, wenn die Läufer schnell sind, aber Fehler machen." Das war wohl das ernüchterndste Detail an diesem Super-G: Die Österreicher waren nicht einmal in Teilstücken schnell. Toni Giger: "So etwas habe ich noch nicht erlebt."
Besserung
Dabei ist die Situation gar nicht so neu: Schon bei der WM in Åre 2007 und in Val d'Isére 2009 war es nicht nach Wunsch gelaufen. Schon damals war der Ruf nach Konsequenzen laut, die Krise schwebte latent über dem Team. Auch wenn es Mario Scheiber jetzt deutlich formulierte: "Hört's endlich auf, es ist nicht mehr so, wie es war. Wir sind nicht mehr so dominant, daran muss man sich halt gewöhnen."
Die erste Chance zur Besserung gäbe es schon in der Super-Kombination, aber einzig Benjamin Raich hat das Potenzial, um Medaillen mitzufahren.













