Die "Operation Gold" wurde verschoben
"Es geht nur um den Sieg": Benjamin Raich kann Österreichs Superstar dieser Spiele werden. Die erste von vier Gold-Chancen gibt es schon am Dienstag.

Foto © APBenjamin Raich beim Training: Gut gelant trotz enormem Druck
Bisher war es erstaunlich still um Benni Raich. Der Doppel-Olympiasieger von Turin vermied in Kanada vorerst jeden öffentlichen Auftritt und bereitete sich in aller Ruhe und Abgeschiedenheit auf seine "Operation Gold" vor. So wohnt er als einer der wenigen auch nicht im olympischen Dorf, sondern in einem von ihm gemieteten (und auch bezahlten) Haus am Fuße des Abfahrtszieles in der Ortschaft Creekside, wo er auch auf die gewohnte Kost nicht verzichten muss. Mama Christl bekocht ihren Sohn, der in den nächsten zwölf Tagen Österreichs Superstar dieser Spiele werden kann: Raich tritt in dieser Zeit in vier Disziplinen an und hat damit ebenso oft die Chance, den olympischen Rekord von Toni Sailer (drei Mal Gold) einzustellen oder gar zu übertreffen.
Was das für ihn bedeuten würde? "Sehr viel, weil Toni Sailer natürlich eine Legende des Schisports ist. Ich brauche da jetzt gar nicht lange herumzureden, es geht hier nur um den Sieg. Wenn ich es schaffe, dann bin ich als Sportler unsterblich, aber als Mensch der Gleiche geblieben."
Aber wie schätzt Benni Raich nun seine vier Gold-Chancen eigentlich selbst ein?
Super-Kombination (Dienstag)
"Das ist vielleicht sogar die am schwierigsten zu gewinnende Disziplin, weil sie die beiden größten Gegensätze in sich vereint und den perfekten Schifahrer verlangt. Um hier zu bestehen, muss man in der Abfahrt und im Slalom jeweils einen perfekten Lauf erwischen. Als den großen Favoriten sehe ich mich aber nicht, das ist eher Ivica Kostelic. Einmal schauen, wie es bei mir in der Abfahrt läuft."
Super-G (Freitag)
"Hohes Tempo und kein Training, das wird gerade auf diesem Hang hier eine enorme Herausforderung. Aber es ist heuer im Super-G oft überraschend gut gelaufen, darum gehe ich recht entspannt in den Bewerb."
Riesentorlauf (Sonntag)
"Das wird sicherlich ein ganz emotionaler Bewerb für mich, weil der Sieg in Turin einer der größten Erfolge in meiner Laufbahn war. Da spüre ich heute noch Genugtuung und ich hoffe, dass mich das beflügeln wird."
Slalom (Samstag, 27. Februar)
"Da sind bei Großereignissen normal die Spezialisten im Vorteil, weil das Programm nach hinten oft gedrängt ist. Heuer sind aber sechs Tage Pause zwischen Riesentorlauf und Slalom und das sollte mir zu gute kommen. Da bin ich sicher auch wieder so frisch, dass ich Vollgas geben kann."















