Nadal und Dementjewa kürten sich zu Olympiasiegern
Rafael Nadal hat seine erste Goldmedaille bei den Olympischen Spielen gewonnen. Bei den Damen sicherte sich Dementjewa Gold.

Foto © APRafael Nadal war auch bei Olympia nicht zu schlagen
Nervenstark und wild entschlossen hat Rafael
Nadal mit dem ersten Olympiasieg seine beste Saison gekrönt und den
im Doppel von Peking triumphierenden Roger Federer als Branchenführer
abgelöst. Vor den Augen von Spaniens Kronprinz Felipe und 10.000
Zuschauern siegte das Kraftpaket aus Mallorca am Sonntag im Finale
des olympischen Tennisturniers gegen den Chilenen Fernando Gonzalez
in 2:22 Stunden mit 6:3,7:6(2), 6:3 und übernahm Platz 1 der
Weltrangliste, den Federer 239 Wochen ununterbrochen innehatte.
Bronze an Djokovic.
"Ich weiß auch nicht, was mich im Moment so stark macht", sagte
French-Open- und Wimbledon-Sieger Nadal, der nur nach dem Matchball
am Boden lag. "Es ist eine unglaubliche Saison und ich sollte einfach
glücklich darüber sein." Im zweiten Satz musste er gegen Gonzalez,
der vor vier Jahren Bronze im Einzel und Gold im Doppel mit seinem
Landsmann Nicolas Massu geholt hatte, mächtig kämpfen. Doch im
entscheidenden Moment überzeugte er und holte als Nachfolger Massus
das erste Tennis-Gold für Spanien. Bronze gewann der Serbe Novak
Djokovic durch ein 6:3,7:6(4) gegen James Blake aus den USA, dem der
Viertelfinal-Coup gegen Federer kein Glück brachte.
Gold für Dementjewa. Zu einer rein russischen Angelegenheit wurde die Siegerehrung bei
den Damen. Gleiches war nur den britischen Tennisspielern um Arthur
Gore 1908 in London gelungen. Ihr erstes Gold nach Silber in Sydney
2000 holte Jelena Dementjewa, die Dinara Safina mit 3:6,7:5,6:3
niederrang. "Das ist das Größte, was mir im Leben und in meiner
Karriere passiert ist", sagte die 26-Jährige. Bronze ging an Wera
Swonarewa, die Li Na mit 6:0,7:5 besiegte. Der chinesische Traum von
einer erneuten olympischen Tennis-Medaille ging dennoch in Erfüllung,
weil das Doppel Zi Yang/Jie Zheng Bronze gewann.
Sprachlos. Ihre zweite Goldmedaille nach Sydney 2000 machte die
Williams-Schwestern Venus und Serena sprachlos. "Ich kann gar nichts
sagen", meinte Venus Williams nach dem lockeren 6:2,6:0 gegen die
French-Open-Siegerinnen Anabel Medina Garrigues/Virginia Ruano
Pascual aus Spanien, mit dem sich die Amerikanerinnen für ihr Aus im
Einzel schadlos hielten. Die 34-jährige Ruano Pascual hatte schon in
Athen das Finale verloren - gegen die Chinesinnen Ting Li/Tian Tian
Sun.
"Unmenschlich gut". "Rafael ist unmenschlich gut in diesem Jahr und darf Platz eins
mit Recht nehmen", sagte Federer. Nach Wochen der Enttäuschung und
verlorenen Dominanz selbst in Wimbledon konnte der 27-Jährige wieder
herzhaft lachen. "Es ist ein Wahnsinns-Moment", meinte er und knuffte
"Stan" Wawrinka am Oberarm. "Im Team mit einem Freund zu gewinnen,
ist ganz speziell", so der zwölffache Grand-Slam-Sieger. Geteilte
Freude ist doppelte Freude. Österreichs Tennis bilanzierte mit zwei
fünften Rängen im Einzel durch Sybille Bammer bzw. Jürgen Melzer.
Letzterer konnte sich damit trösten, dass er im Viertelfinale am
späteren Olympiasieger gescheitert ist.
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Gold für Jelena DementjewaFoto © GEPA
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Jubel bei den Williams-SchwesternFoto © Reuters













