Darabos: "Tatsache ist: Wir haben verloren!"
Herr Minister, Ihr Sager über die Olympia-Touristen wirbelt viel Staub auf . . .
NORBERT DARABOS: Das ist blöd rübergekommen, das stimmt. Ich meinte auch nicht, dass die Sportler in London Touristen sind. Die meisten - Jukic, Rogan, die Schwaiger-Schwestern oder Schuring und Schwarz - haben Leistung gebracht, ich habe Respekt vor allen. Aber wir sind zweifellos zurückgefallen.
Was haben Sie dann gemeint?
DARABOS: Es ging darum, unsere Olympia-Tauglichkeit zu beleuchten. Ich will nicht, dass wir künftig Olympia-Touristen produzieren, dass Österreich nochmals mit Null dasteht. ,Dabei sein ist alles' mag olympisches Motto sein, mein Zugang ist es nicht. Tatsache ist einfach: Wir haben verloren.
Was muss sich ändern?
DARABOS: Mir ist schon klar, dass wir nie im Marathon oder 100-Meter-Lauf gewinnen werden. Wir müssen es wie die Australier machen. Wir müssen versuchen, uns auf Sportarten zu konzentrieren, diese gezielt fördern und nicht alle mit der Gießkanne zu bedienen. Warmen Geldregen gibt es da, wo Erfolge sind. Auch wenn man Medaillen nie planen kann. Wir können nur Voraussetzungen schaffen.
Braucht Österreich denn wirklich Medaillen so dringend?
DARABOS: Sagen wir so: Wenn ich vor dem Fernseher sitze, ärgere ich mich. Und es geht nicht darum, dass sich Minister in Medaillen sonnen wollen. Medaillen haben mit Patriotismus und Selbstwertschätzung zu tun. Sport ist auf Leistung ausgerichtet. Wenn ich keine Leistung bringe, ist es ein Versagen des Systems.














