Jukic steht im 200-m-Delfin-Finale
Dinko Jukic (23) hängt sogar Michael Phelps ab, schwimmt heute (20:47 Uhr im kleine.at-Olympia-Ticker) im Finale über 200 Meter Delfin, schlägt aber auch anderweitig Wellen.

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Als Dinko Jukic am Vormittag auf den Startblock der vierten Bahn steigt, lässt das ein ungleiches Duell erwarten. Denn neben ihm steht Michael Phelps. Seit der Nacht davor hält der US-Gigant bei 17 Medaillen. Nur zwei fehlen ihm noch zum erfolgreichsten Athleten aller Zeiten.
Jukic scheint auch ganz miserabel gestartet zu sein. Bei der ersten von drei Wenden über 200 Meter Delfin leuchtet sein Name nicht unter den besten drei auf. Auch bei der zweiten und bei der dritten nicht. Aber als er am Ende anschlägt, ist Dinko Jukic Erster. Er schlägt Phelps und er schwimmt die schnellste Zeit aller fünf Vorläufe.
Ein Boykott
"Ein bekanntes Bild", sagt Jukic, spielt auf die letzte WM in Schanghai an. Auch dort ist er über die gleiche Distanz ins Finale geschwommen, wo es dann jedoch nur für Platz sieben gereicht hat. "Aber ich hatte die ersten 150 Meter das Gefühl, gut dabei zu sein. Ganz vorne zu sein schien mir nicht notwendig", sagt Jukic über seinen phänomenalen Vorlauf. "Ich habe das Rennen sehr gut getroffen. Auf den letzten fünfzig Metern zählten die Erfahrung und meine Kraft."
Aber die letzten Wassertropfen noch nicht abgebeutelt, beginnt Dinko Jukic auch im Trockenen kräftig um sich zu schlagen. Nein, die Staatsmeisterschaften in Innsbruck werde er nach Olympia definitiv nicht schwimmen, sagte er. "So, wie der Verband derzeit funktioniert - ausgenommen Präsident und Generalsekretär - werde ich überhaupt keinen Wettkampf mehr in Österreich schwimmen."
Ein Disziplinarverfahren des Schwimmverbandes (OSV), das Jukic nach den Spielen am Hals hat, brodelt in ihm immer mehr. Drei unabhängige Anwälte sollen dort judizieren, ob und wie rüpelhaft Jukic kürzlich bei der EM in Debrecen mit Markus Rogan und mit Betreuern verfahren ist.
Eine Sperre?
In London macht bereits die Runde, dass Dinko Jukic sogar eine Sperre aufgebrummt bekommen soll. Von bis zu einem Jahr ist die Rede. Dennoch, er nehme dieses Verfahren erst ernst, sagt Jukic, wenn man ihm ein Protokoll eines Disziplinarverfahrens gegen Markus Rogan betreffend Rom 2009 (Prügelaffäre in einer Diskothek) vorlegen kann. "Das ist damals um die ganze Welt gegangen. Mein Fall betrifft einen kleinen Kreis innerhalb Österreichs."
Selbst eine Sperre sei ihm "wurscht", sagt Jukic wörtlich. Vielmehr spiele der Verband "mit heißem Wasser". "Wenn der Rogan aufhört und ich gesperrt bin, schaut's schlecht aus in Österreich." Aber vielleicht kühlt das Wasser bis dahin ja wieder ab. Denn vorerst schwimmt Dinko Jukic nach Platz sechs im Semifinale heute am Abend (20.49 Uhr) um eine Medaille.














