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Zuletzt aktualisiert: 02.09.2009 um 21:53 UhrKommentare

ÖOC-Krise: Wallner unter Beschuss

Lobbyist Erwin Roth erklärt, dass Präsident Leo Wallner und Bürgermeister Heinz Schaden alles über den olympischen Förderverein wussten.

Erwin Roth, Gernot Leitner und Leo Wallner

Foto © GEPAErwin Roth, Gernot Leitner und Leo Wallner

Erwin Roth ist, gelinde gesagt, außer sich. Nicht wegen der Veröffentlichung des Honorars, das vom Olympischen Förderverein der Salzburger Olympia-Bewerbung 2014 an seine Firma überwiesen wurde - monatlich 90.000 Euro. "Das stimmt ebenso wie die Summe - aber es war kein Honorar für mich alleine, sondern für einen Auftrag an meine Firma", erklärt der Lobbyist und Strategie-Entwickler und ergänzt: "Alle meine Abrechnungen liegen der Staatsanwaltschaft Salzburg vor, sind auch vom Kontrollamt geprüft. Unter anderem hat meine Firma mit diesem Geld 84 Kongresse besucht - und damit Flugtickets, Hotels und Mitarbeiter bezahlt." Vielmehr erzürnt ihn, dass sowohl der Präsident des Österreichischen Olympischen Komitees, Leo Wallner, als auch der Bürgermeister der Stadt Salzburg, Heinz Schaden, plötzlich nichts vom Verein gewusst haben wollen.

"Ich habe am Dienstag ein persönliches Gespräch mit Leo Wallner geführt, in dem er mir erklärt hat, dass ich alles ordnungsmäßig gemacht habe und er über alles Bescheid wusste - jetzt kann er sich wieder nicht erinnern", sagt Roth, der angibt, nach der ersten gescheiterten Olympia-Bewerbung Salzburgs "die gesamte Strategie für eine weitere Bewerbung ausgearbeitet zu haben". Und dann, nachdem klar war, dass sich Salzburg bewirbt, auf Wunsch Leo Wallners "die komplette Struktur und Bewerbung"ausgearbeitet hat.

"Als Präsident untragbar"

Jetzt geht Roth in die Offensive: "Es gibt zwei Möglichkeiten, wenn sich Leo Wallner nicht mehr erinnern kann: Entweder er lügt oder er leidet an einem krankhaften Erinnerungsverlust. In beiden Fällen wäre er als Präsident des Österreichischen Olympischen Komitees wohl nicht mehr tragbar", sagt Roth und ergänzt: "Oder er ist so opportunistisch, dass er meinte, weiter Präsident bleiben zu können, weil ihm alle glauben, dass er nichts gewusst hat."

Roth könne hingegen alles belegen - drei, 30 oder gar 300 Beispiele geben, in denen er von Wallner beauftragt wurde. Jeweils, wie Roth betont, mit Wissen des Salzburger Bürgermeisters Heinz Schaden: "Der wollte doch immer, dass alle Berater über den Olympiaverein abgerechnet werden - damit er dann nicht vom Kontrollamt bei der Prüfung für derartige Honorare gerügt wird." Davon, dass der Verein, wie Schaden meinte, "eine Sache von denen in Wien" gewesen sei, kann also keine Rede sein, sagt Roth.

MICHAEL SCHUEN

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