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Zuletzt aktualisiert: 11.08.2012 um 15:46 UhrKommentare

Eklat beim Hammerwurf der Frauen

Die deutsche Betty Heidler erhält doch die Hammerwurf-Bronzemedaille. Der Protest der Chinesen gegen die Wertung ihres fünften Versuchs wurde abgewiesen.

Betty Heidler

Foto © ReutersBetty Heidler

Die deutsche Hammerwerferin Betty Heidler darf ihre Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen behalten. Der Protest der Chinesen gegen die Wertung ihres fünften Versuchs wurde abgewiesen, wie der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) und Heidler selbst mitteilten. Die Weite wurde nachträglich um einen Zentimeter auf 77,12 Meter nach unten korrigiert. Durch die Anerkennung war die Chinesin Zhang Wenxiu mit ihren 76,34 Metern am Freitagabend in London vom dritten auf den vierten Rang zurückgefallen.

Nach Angaben des DLV und von Heidler nach dem Wettkampf war die fragliche Weite der deutschen Weltrekordlerin richtig gemessen, aber nicht im Computer übertragen worden. Da gleich die nächste Werferin kam, konnte das nicht korrigiert werden. Heidler hatte einen neuen Versuch erhalten, nach dem Ende des Wettkampfes wurden die Weiten per Hand vermessen. Nach langen Diskussionen landete Heidler auf Rang drei, hinter der Russin Tatjana Lysenko und der Polin Anita Wlodarczyk.

Das Drama ist laut Olympia-Organisatoren einem bisher wohl noch nie dagewesenen Zufall geschuldet. "Es ist passiert, was bisher vermutlich noch nie passiert ist", sagte der Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Mark Adams, am Samstag der Nachrichtenagentur dpa.

Der fünfte Versuch der Frankfurterin war mit 77,13 Metern auf den Zentimeter exakt so weit, wie der vierte Versuch der direkt vor ihr werfenden Olympiasiegerin Tatjana Lysenko aus Russland. Das elektronische Computer-Messsystem habe die Annahme von Heidlers Weite daher verweigert. Die Anlage ist so programmiert, dass sie bei zwei exakt gleichen Messergebnissen hintereinander automatisch einen Fehler der Kampfrichter zugrunde legt.

Erschwerend hinzu kam, dass der Versuch der nächsten Werferin nach Heidler anstand und diese bereits geworfen hatte, bevor das Problem der Deutschen geklärt war. Somit wurde die geringe Weite von 72,34 zunächst fälschlicherweise für Heidler gewertet. "Von da an war alles durcheinander", sagte Heidler am frühen Samstagmorgen im Deutschen Haus zu der Nervenschlacht. Letztlich wurden die Würfe per Hand nachgemessen. Heidler bekam Bronze zugesprochen.

Quelle: APA

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