Geher-Gold an Russen Bortschin
De Russe Waleri Bortschin hat den Bewerb über 20 km Gehen für sich entschieden, allerdings bezüglich Dopings noch viele Fragen offen.

Foto © APAWaleri Bortschin
Der Russe Waleri Bortschin hat am Samstag in der einzigen Vormittagsentscheidung der Leichtathletik-Bewerbe in Peking die Goldmedaille über 20 Kilometer Gehen gewonnen. Bei brütender Hitze setzte sich der 21-Jährige in 1:19:01 Stunden vor Jefferson Perez aus Ecuador (1:19:15) und Jared Tallent aus Australien (1:19:42) durch. Der Sieger musste sich anschließend einige Fragen zum Thema Doping gefallen lassen, die vom völlig überfordert und desorientiert wirkenden Athleten nur unzureichend beantwortet wurden.
EPO. Im Vorfeld der Spiele hatte es widersprüchliche Meldungen aus der russischen Sportszene gegeben. So hieß es zunächst, dass die Geher Wladimir Kanaikin und Waleri Bortschin positive Dopingtest abgegeben hätten und aus dem Olympiateam ausgeschlossen wurden, auch bei ihren nicht für Peking berücksichtigten Disziplin-Kollegen Alexej Wojewodin und Wiktor Burajew seien unerlaubte Mittel nachgewiesen worden. Was Bortschin betraf, schrieben russische Medien anschließend, dass der EM-Silbermedaillengewinner von 2006 in Göteborg wohl nicht unter den betroffenen Athleten sei, bei den anderen Drei war EPO nachgewiesen worden.
Alleine trainiert. Russland nominierte den Mann aus der Geher-Hochburg Saransk, doch seine Goldmedaille will nicht so recht glänzen. "Ich weiß nicht, was um mich herum passiert, all diese Gerüchte. Ich habe in den vergangenen Monaten alleine trainiert. Ich weiß nichts von den anderen Teamkollegen. Ich habe gehört, manche sind krank und können deshalb nicht hier sein", stammelte Bortschin auf der Pressekonferenz. Es war die Antwort auf die Frage, was er dazu sagt, dass er von 2005 bis 2006 eine einjährige Dopingsperre absaß. Überraschend war am Samstag der russische Weltrekordhalter und Goldmedaillenfavorit Sergei Morosow nicht am Start, er war aus nicht näher genannten Gründen überhaupt nicht nach Peking gereist, dort aber erwartet worden.
Kopfschmerzen. Bortschin, bei dem nach eigenen Angaben heuer noch kein Dopingtest durchgeführt worden war, entschuldigte sich auf der Pressekonferenz, dass er sich wegen Kopfschmerzen nicht recht konzentrieren könne. 2007 hatte er bei der WM in Osaka aufgegeben, dazu meinte er am Samstag: "Die Luftfeuchtigkeit war so hoch, ich bin kollabiert. Ich kann mich an nichts mehr erinnern." Kopfschütteln lösten die Antworten beim drittplatzierten Australier Tallent aus. "Eigentlich hat er die Fragen ja nicht richtig beantwortet, oder?"
Comeback. Für den früheren Weltrekordler und dreifachen Weltmeister Perez gab es ein Comeback in den olympischen Medaillenrängen nach 12 Jahren, als er in Atlanta Gold gewonnen hatte. "Silber ist Silber, es ist wundervoll für mich, zurück auf dem Podest zu sein. Ich bin nun gegen drei Generationen starker Geher aus Russland angetreten."













