Sechs Gründe für den großen Wurf
Silber! Judoka Ludwig Paischer ließ sich im 60kg-Finale erst vom Koreaner Choi Min Ho stoppen. Dies sind die Geheimnisse hinter dem Olympia-Erfolg.

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Die neue Nummer: Ludwig Paischer hat im Vorjahr die Telefonnummer von Udo Quellmalz gewählt und gefragt, ob er nicht sein neuer Trainer werden will und mit ihm gemeinsam das Projekt Olympia in Angriff nehmen möchte. Der deutsche Olympiasieger von 1996 und zweifache Weltmeister hat die Herausforderung angenommen.
Der neue Trainer: Quellmalz strahlt die nötige Ruhe aus, gibt aber zur rechten Zeit auch Gas. Dazu muss der Wahl-Bayer aber nicht laut werden. "Ich halte nichts vom Schreien", sagt Österreichs Nationalcoach. Dieses Auftreten hat Paischer gebraucht, besitzt der 26-jährige Salzburger doch "das Temperament für drei Sportler" (Quellmalz).
Das neue Vertrauen: In der Umstellungsphase auf die neuen Quellmalz-Methoden kamen bei Paischer zunächst Zweifel auf. Doch der dritte Platz beim Weltcup in Budapest führte den "Silbernen" in die Erfolgsspur zurück. Jetzt herrscht zwischen den beiden blindes Vertrauen - die beste Vorraussetzung für ein optimales Gespann.
Die neue Taktik: Quellmalz kennt als ehemaliger Weltklasseathlet alle mentalen und taktischen Tricks. So hat sich Paischer in der kritischen zweiten Runde auch gegen Angstgegner Craig Fallon durchgesetzt. Was natürlich einen Vorteil bedeutet hat: Quellemalz war sechs Jahre lang Nationaltrainer der Briten und somit der Chef von Fallon. Im Finale half alles nichts. Choi Min Ho war gestern unschlagbar.
Das neue Umfeld: Durch Freundin Johanna ist der Straßwalchener endlich ruhiger geworden. "Ich musste mich früher ganz einfach immer bewegen, tat immer mehr als ich sollte", so der Motorsport-Fan. Auch die Eltern, Ludwig Sen. und Agnes waren in Peking zur Unterstützung anwesend. Paischer schenkte die Silberne seinem Vater, der hat vor drei Tagen seinen 50er gefeiert. Ein schöneres Geschenk kann sich der Herr Papa wohl nicht wünschen.
Die neue Reife: Vor vier Jahren in Athen unterlag Paischer als großer Medaillenfavorit bereits in der ersten Runde seinem gestrigen Finalgegner Choi Min Ho. Das hat ihn geprägt, schlussendlich aber neu motiviert. Sein Selbstbewusstsein, seine Willensstärke sind noch größer geworden. Paischer kontrolliert sich aber besser. "Ich bin einfach reifer geworden", so Paischer. Reif für olympisches Silber!













