Österreichische Medaillenhoffnung an Deutschland verloren
Nach 72 Jahren könnte ein Österreicher wieder eine Olympia-Medaille im Gewichtheben holen. Einziger Haken: Matthias Steiner tritt für Deutschland an.

Foto © APSteiner 2002 noch als Österreicher am Start
2004 ging Matthias Steiner noch für Österreich an den Olympia-Start, doch dann überwarf sich der damals 22-Jährige mit dem österreichischen Verband. Letzterer wollte ihm den Nationaltrainer vorschreiben, doch daran hatte Steiner kein Interesse. "Ich bin immer zwischen den Stühlen gestanden", erklärt Steiner im Gespräch mit sportnet.at. Mit seiner Meinung habe er auch nicht hinter dem Berg gehalten. Die Folge: Steiner packte seine Sachen und ging nach Deutschland. Dort wurde er vom hiesigen Verband mit offenen Armen empfangen.
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Neuen Weg eingeschlagen. In Deutschland konnte Steiner sein ganzes Potenzial ausschöpfen, denn der österreichische Verband sei "amateurhaft" organisiert, so der gebürtige Niederösterreicher. Bei den diesjährigen Spielen will sich Matthias Steiner in neue Höhen hanteln, den österreichischen Pass hat er abgegeben. "Ich verleugne meine Herkunft nicht und bin stolz darauf. Zu viel Nationalstolz", meint er, sei aber auch nicht gut. Überhaupt ist Steiner, was sein Geburtsland betrifft, völlig unemotional. "Wenn man seine Träume verwirklichen will, dann muss man den dafür nötigen Weg einschlagen."
Gold in Griffweite. Steiner, heute 145 kg schwer und ins Superschwergewicht gewechselt, gilt in Peking als Medaillenkandidat. Selbst der Olympiasieg scheint seit Gold (Reißen) und Silber (Zweikampf) bei der EM 2008 in Griffweite. Gerüstet ist Steiner dafür nicht nur leistungstechnisch. "Die deutsche Hymne habe ich geübt", so der Gewichtheber.
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"Der deutsche Verband hat sehr viel für mich getan. In Österreich musste ich mir alles selbst organisieren."
Matthias Steiner













