Zwei Dachspengler greifen nach den Sternen
Man(n) spricht tirolerisch im Eiskanal. Die Brüder Daniel und Manuel Pfister sowie Wolfgang Kindl sagen der Rodel-Welt den Kampf an.

Foto © APADaniel und Manuel Pfister, Wolfgang Kindl
Ganz zappelig und bereits voll justiert im Rennanzug standen sie da, die beiden Dreikäsehochs. Und warteten, bis Vater Martin von der Arbeit heimkam, um sie auf schnellstem Wege zum Training zu kutschieren. Gut 60 Kilometer von Fügen auf den Olympia-Eiskanal nach Igls und wieder retour. Erst einmal die Woche, mit den Jahren beinahe täglich. Als es später darum ging, eine Lehre zu beginnen, kam für die Brüder Daniel und Manuel Pfister nur der Bauspenglerberuf in Frage. "Denn die Arbeiten werden vom Frühjahr bis Herbst erledigt. Da bleibt im Winter viel Zeit zum Trainieren", erzählte der Papa und sein Augen leuchteten dabei voller Stolz. Denn seine Burschen haben es bis nach Whistler Mountain gebracht - zu den Olympischen Spielen.
Während Daniel, der Ältere (22), im Vorjahr WM-Dritter, sein Flugticket schon frühzeitig in der Tasche hatte, qualifizierte sich Manuel (21), der Jüngere, erst in letzter Sekunde und hält seit Donnerstag den Geschwindigkeitsweltrekord. Mit exakt 154,00 km/h Spitzenspeed raste der Olympia-Debütant durch das Hochgeschwindigkeitslabyrinth von Whistler. "Da pfeift es schon ordentlich im Helm und das Visier fängt zu klappern an", lachte der Überraschungsmann, der sich auf der Olympia-Bahn merklich wohlfühlt: "Ich bin einer der ganz wenigen, die in diesem Eiskanal noch nie gestürzt sind."
Sorge um Athleten
Die Freude bei den Offiziellen hielt sich allerdings in Grenzen: "Das sollte das Limit sein. Bei den Bahnen, die für die nächsten Spiele gebaut werden, werden wir eine Geschwindigkeits-Obergrenze einführen", erklärte Wolfgang Harder, Sprecher des internationalen Rodelverbandes. Nachdenklicher Nachsatz: "Wir müssen uns um die Sicherheit unserer Athleten kümmern."
Pfister relativierte trotz des Erfolgs im Training hinsichtlich seiner Medaillenchancen: "Ein Top-Ten-Platz wäre schon super." ÖRV-Sportdirektor Markus Prock sah dies ähnlich: "Es ist immer noch Training, das weiß man nie genau, wer noch blufft." Für Prock bleiben der zweifache Olympiasieger Armin Zöggeler (ITA), der Russe Albert Demtschenko und das deutsche Duo Felix Loch und David Möller die Topfavoriten. Gelassener sieht es der Dritte im Bunde, Wolfgang Kindl: "Mit der Teilnahme habe ich mir schon einen ganz großen Wunsch erfüllt. Was jetzt kommt, ist Draufgabe. Was nicht heißen soll, dass ich nicht für eine Überraschung sorgen möchte."
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Diskussion nach Rekord
Der Österreicher Manuel Pfister hat die Rodel-Welt bereits vor dem Auftakt der Olympia-Konkurrenz am Samstag in Whistler in Atem gehalten.
Der 21-jährige Tiroler löste mit seinem inoffiziellen Geschwindigkeits-Weltrekord von 154 km/h im Training eine kleine Sicherheitsdiskussion aus. Dabei soll die Bahn im Whistler Sliding Centre noch nicht einmal ausgereizt sein. "Das sollte das Limit sein. Bei den Bahnen, die für die nächsten Spiele gebaut werden, werden wir eine Geschwindigkeitsgrenze einführen", erklärte FIL-Sprecher Wolfgang Harder. "Wir müssen uns um die Sicherheit unserer Athleten kümmern."













