Hagara: "Am Kämpfen liegt es sicher nicht"
Die Tornado-Doppel-Olympiasieger machten mit zwei dritten Tagesrängen Boden gut.

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Österreichs Tornado-Doppel-Olympiasieger Roman Hagara und Hans Peter Steinacher haben am Mittwoch mit zwei dritten Plätzen in der Olympischen Regatta vor Qingdao Boden gutgemacht und das Podest noch nicht abgeschrieben. Steuermann Hagara sprach im Interview mit der APA über begangene Fehler, die Medaillenchance und den Kampfgeist:
Mit einem elften und zwei dritten Plätzen kann man von einem guten Tagwerk sprechen, oder?
Hagara: "Mit der ersten Wettfahrt sind wir sicher nicht zufrieden, denn da sind wir auch vorne gelegen und dann Elfte geworden. Mit der würde es noch um einiges besser ausschauen. Wir haben einfach wieder viele Punkte verschenkt. Also ist der Tag nicht so ganz positiv, aber die zwei dritten sind schon mal nicht so schlecht."
Betrachtet man den Regattaverlauf, dann geht es aber aufwärts ...
Hagara: "Ab Platz drei ist das Feld von den Punkten her ein bisserl zusammengerückt. Wir müssen jetzt mal auf das Medal Race fahren und dann schauen wir, wo wir sind."
Ist die Medaille noch ein Thema?
Hagara: "Ein Thema wird sie nach den nächsten drei Wettfahrten. Wenn man da sieht, wie es mit den Punkten ausschaut, können wir darüber nachdenken."
Der Start in die Regatta war wenig erfreulich. Woran lag es?
Hagara: "Ein Punkt ist sicher, dass wir relativ lange gebraucht haben, bis wir uns für das Material entschieden haben. Wir haben das Regattatraining ziemlich vernachlässigt. Man hat in den ersten Wettfahrten gemerkt, dass uns die Sicherheit fehlt. Wir haben sehr viele Entscheidungen getroffen, die nicht aufgegangen sind. Das ist normal unsere Stärke, dass wir sehr viel gleich am Anfang erkennen - wenn Winddrehungen sind, Windstärkeunterschiede. Das haben wir am Anfang nicht gehabt. Heute war es schon um einiges besser, aber das ist schon relativ spät."
Wie schwer ist es, wenn man im Klassement so weit zurück liegt, nach vorne zu schauen?
Hagara: "Es ist wahrscheinlich die leichtere Position, als vorne zu sein und zu schauen, wer alles hinter uns ist. Es ist sicher die angenehmere Position. Wir können nur noch nach vorne gewinnen und die anderen nur noch nach hinten verlieren."
Die Schwierigkeit des Segelreviers und die spezielle Windsituation waren bekannt. Wie frustrierend ist es, wenn man so lange für dieses letzte Ziel kämpft, und dann ist nicht nur die eigene Leistung, sondern das Windglück für Resultate verantwortlich?
Hagara: "Die Bedingungen sind für alle gleich. Im Prinzip sind die Guten wieder vorne. Wir haben den Fehler gemacht, dass wir uns zu spät auf das Regattasegeln konzentriert haben, aufs wirkliche Wettfahrtsegeln. Dadurch haben wir viele Fehler gemacht, die wir normal nicht machen. Das ist eher uns zuzuschreiben als irgendwem anderen. Den Fehler müssen wir bei uns suchen."
Hat es heute wieder mehr Spaß gemacht?
Hagara: "Spaß macht es, wenn man gewinnt. Wir waren heute nahe dran, das ist zumindest schon mal angenehmer, als wenn man hinter allen durchs Ziel fährt."
Ist der Kampfgeist wieder erwacht?
Hagara: "Der Kampfgeist war immer hundert Prozent da. Der ist immer da. Sonst gäbe es heute nicht die Ergebnisse, die wir gefahren sind. In der ersten Wettfahrt heute waren wir vorne und haben dann eine drauf bekommen. Die Wettfahrten zwei und drei sind wir dann wieder gut gesegelt. Am Kämpfen liegt es sicher nicht."













