Segeln statt pokern
Roman Hagara und Hans-Peter-Steinacher kämpfen ab Freitag um ihr drittes Olympia-Gold in Serie. Und sie ließen sich auch durch den Poker um ein neues Segel nicht aus der Ruhe bringen.

Foto © GEPAHans-Peter-Steinacher ist für die Wettfahrt bereitet
Der Einsatz eines neuen Segels ("Code Zero") hat bei den Tornados vor der ersten Wettfahrt am Freitag Wellen geschlagen. Steuermann Roman Hagara meldet trotzdem "Klar Schiff!"
Wie stark wird das Kräfteverhältnis bei den Tornados durch den Einsatz des "Code Zero" verzerrt?
ROMAN HAGARA: Bei wenig Wind enorm, weil dann ist es ein großer Vorteil. Kommt mehr Wind dazu, wird das Kräfteverhältnis wieder ähnlich.
Haben die Amerikaner grenzwertig getrickst oder haben die anderen Teams eine Entwicklung verschlafen?
HAGARA: Unserer Meinung nach ist es nicht legal, weil es nicht dem "One-Design"-Gedanken der Regeln entspricht. Der Verband hat es trotzdem legalisiert. Wir gehen davon aus, dass es nicht zu 100 Prozent den Regeln entspricht, daher werden wir kein "Code-Zero-Segel" einsetzen.
Wer pokert im Kampf um die Medaillen jetzt höher, die "Code-Zero"-Segler oder ihr?
HAGARA: Ich denke, die "Code-Zero"-Teams. Dieses Segel ist unter Wettkampfbedingungen nicht richtig getestet worden, nach der Vermessung mussten Verstrebungen abgebaut werden. Die Frage ist, ob das Segel so noch effizient ist. Wir setzten lieber auf Konstanz.
Ärgert es Sie, dass Ihr Bruder Andreas mit den Amerikanern die Konkurrenten coacht?
HAGARA: Überhaupt nicht. Von seiner Seite ist das ein normaler Job. Das gibt es in allen Sportarten und ist für mich kein Problem.
Die Mission "Drittes Goldstück" ist das Ende eurer Olympia-Seefahrt. Wohin geht die Reise nach den Spielen?
HAGARA: Darüber reden wir in einigen Wochen, aktuell ist das kein Thema. Ein Karriereende steht definitiv nicht im Raum. Die Bootsklasse wird sich aber ändern, und damit sind dies unsere letzten Spiele.
Werdet ihr zur Schlussfeier nach Peking fliegen - oder woanders feiern?
HAGARA: Die Schlussfeier besuchen wir. Bis dahin bleiben wir aber in Qingdao. Was und wo gefeiert wird, entscheidet sich erst.
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