Und der Hai schwimmt mit
Achmat Hassiem verlor nach einer Hai-Attacke einen Unterschenkel. Bei den Paralympics holte er nun Bronze - mit einer makabren Einstellung.

Foto © APAchmat Hassiem
Bei den Paralympics 2012 in London gehen 4280 Athleten in 20 Sportarten an den Start und kämpfen um insgesamt 503 Goldmedaillen. 4280 Athleten - das bedeutet, dass man bei den noch bis Sonntag andauernden Spielen der Behindertensportler auf 4280 Einzelschicksale trifft.
Eines davon ist jenes von Achmat Hassiem. Seine Lebensgeschichte ist filmreif, wenn auch leider wahr. Vor sechs Jahren wird der Bruder des Südafrikaners von einem 4,5 Meter großen Hai attackiert. Hassiem eilt seinem Bruderherz Taariq zur Hilfe, wird dabei vom Hai angegriffen und verliert den rechten Unterschenkel.
Das Leben des Bruders
Doch der Südafrikaner hadert nicht mit seinem Schicksal. "Das Wichtigste ist das Leben meines Bruders. Ein Bein zu verlieren, ist nichts", betonte der 30-Jährige, bevor er im Londoner Aquatics-Center ins Wasser sprang und über die 100 m Delfin zu Bronze schwamm. Danach twitterte der überglückliche Hassiem: "Der größte Moment meiner Schwimmkarriere!"
Befragt auf sein Erfolgsgeheimnis gab der Südafrikaner zwei Dinge an: Erstens habe ihn seine Landsfrau Natalie du Toit, ihres Zeichens gleich mehrfache Goldmedaillen-Gewinnerin bei den Paralympics, motiviert. "Und zweitens", betont der "Sharkboy" (Hai-Junge), wie er sich selbst bezeichnet, "stelle ich mir im Becken immer vor, dass ich von einem Weißen Hai verfolgt werde." Eine äußerst makabre Einstellung, doch definitiv wirksam . . .










