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Zuletzt aktualisiert: 03.09.2012 um 10:58 UhrKommentare

In nur drei Jahren von Intensivstation zu London-Spielen

Schwimmerin Sabine Weber-Treiber bekam ihr Schicksal durch Sport rasch in den Griff.

Sabine Weber-Treiber

Foto © GEPASabine Weber-Treiber

Die Niederösterreicherin Sabine Weber-Treiber gibt in London ihr Paralympics-Debüt. Die 33-jährige Schwimmerin hat eine ganz spezielle Geschichte. Denn die Spiele 2008 in Peking hat sie noch nicht körperbehindert nur am Rande daheim mitverfolgt, sportlich aktiv war die Mutter eines Sohnes damals als Hockey-Spielerin bei Wiener Neudorf. Ein gutes halbes Jahr später änderte sich ihr Leben allerdings. Nachdem bei ihr die Ursachen von Beschwerden im Rückenbereich nicht erkannt worden waren, wurde Weber-Treiber daheim bewusstlos und fand sich auf der Intensivstation wieder. Die Krankheit war eine von der Entzündung des Rückenmarks ausgehende Querschnittsmyelitis, das Ergebnis eine Querschnittslähmung. "Wenn ich damals durch den Sport nicht so eine gute Konstitution gehabt hätte, hätte ich das wahrscheinlich nicht überlebt", sagte Weber-Treiber der APA - Austria Presse Agentur.

Im Mai 2009 wurde sie aus dem Krankenhaus entlassen, im Juni absolvierte sie ihren aktiv gehaltenen Reha-Aufenthalt und im August nahm sie das Schwimmtraining auf. "Im November hatte ich schon meinen ersten Wettkampf", erklärte die Mödlingerin, wie schnell sie wieder ins Leben zurückgefunden hat. Begünstigt wurde das durch die Bekanntschaft mit Thomas Rosenberger. Der ebenfalls querschnittgelähmte Schwimm-Coach hatte bei den Paralympics in Sydney 2000 Silber über 50 m Brust geholt. Rosenberger ist nun Weber-Treibers Trainer, das Training läuft in der Südstadt, im Freibad Mödling und auch im Behindertensport-Verein Weißer Hof Klosterneuburg ab. Ebenfalls zum Betreuerteam gehört Physiotherapeutin Johanna Stöbich, sie ist bei den Paralympics für das gesamte österreichische Schwimm-Team zuständig sein. Das letzte Trainingslager vor der Abreise lief auf Sardinien ab. Weber-Treiber: "Zweimal täglich in der prallen Sonne bei 32 Grad Wassertemperatur. Das war ziemlich intensiv."

Für die Bankberaterin sind die Paralympics das bisher klar größte Ereignis ihrer Karriere. Da sie noch recht neu in der Szene ist, hat sie noch keine WM-Teilnahme. Bei der Berlin-EM 2011 bilanzierte sie mit drei Platzierungen in den Top Ten, Rang sechs über 100 m Brust war das beste Ergebnis. Im Londoner Aquatics Centre ist das in der Klasse S6 auch ihre Hauptstrecke, der Bewerb steht am Mittwoch auf dem Programm. Schon am Donnerstag schwamm sich Weber-Treiber über 100 m Rücken mit Rang 16 ein. Weiter geht es für sie am Dienstag über 50 m Kraul, zum Abschluss stehen am Samstag die 100 m Kraul auf ihrem Programm. "Über 50 m Kraul und 100 m Brust möchte ich schon ins Finale kommen", gab die fünffache österreichische Rekordhalterin an. Ihr fünfjähriger Sohn Otto ist am Samstag mit dem Papa nachgereist, zur Zeitpunkt der Erkrankung seiner Mama war er zwei Jahre alt gewesen.


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