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Zuletzt aktualisiert: 03.09.2012 um 20:22 UhrKommentare

Verlieren muss Pistorius noch lernen

Oscar Pistorius wütete nach dem verpassten Gold im 200-Meter-Finale. Sein Bezwinger Alan Oliveira habe zu lange Stelzen benutzt. Er hatte trotz Führung bis kurz vor dem Ziel das 200-m-Finale völlig überraschend verloren.

Oscar Pistorius (rechts) holt "nur" Silber

Foto © APOscar Pistorius (rechts) holt "nur" Silber

Oscar Pistorius ist der Star der Paralympics in London. Drei Goldmedaillen schienen dem südafrikanischen Sprinter bereits vor dem Beginn der Spiele für Behindertensportler sicher. Die Erste über 200 Meter schnappte ihm jedoch der Brasilianer Alan Oliveira kurz vor der Stelzenspitze weg - und Pistorius wütete. Der dreifache Olympiasieger von Peking entpuppte sich als schlechter Verlierer. "Wir laufen ein unfaires Rennen. Das ist absolut lächerlich", beschwerte sich Pistorius kurz nach dem Wettkampf.

Die Stelzen seines Bezwingers seien zu lang, die Knie aus diesem Grund acht Zentimeter höher, als sie eigentlich sein sollten. Und so überholte Oliveira, der zunächst abgeschlagen war, den Favoriten Pistorius auf den letzten Metern. "Ich kann nicht nachvollziehen, wie jemand acht Meter Rückstand auf der Zielgeraden noch aufholen kann. Das kann nicht richtig sein", wetterte Pistorius. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) erkennt jedoch nichts Unrichtiges. "Die Länge der Stelzen hängt von der Größe und der Dynamik des Athleten ab", heißt es beim IPC. Bei Oliveira bzw. seinen Karbonfedern sei alles regelkonform.

Die Technik entschied somit nicht zwischen Gold und Silber. Eigentlich sollte sich Pistorius über diese Erkenntnis freuen. Der Behindertensportler hatte sich jahrelang dagegen gewehrt, dass seine Karbonfedern als technischer Vorteil im nichtbehinderten Sport gesehen wurden. Weil seine Stelzen kein faires Rennen erlauben würden, wurde er in der Vergangenheit von Wettkämpfen mit unversehrten Sportlern ausgeschlossen. 2008 entschied der Internationale Sportgerichtshof Cas, dass die Hightech-Prothesen keinen Vorteil darstellten.

Premiere

Wenige Wochen vor den Paralympics feierte der "schnellste Mann auf keinen Beinen", wie er sich selbst bezeichnet, dann seine Premiere bei Olympischen Spielen. Über 400 Meter war im Halbfinale jedoch Schluss. "Man hat alles getestet, ich habe keinerlei technische Vorteile", sagte Pistorius damals zu neuen Anschuldigungen über die Stelzen.

Das Image des schlechten Verlierers dürfte Pistorius übrigens nicht recht sein. Es folgte eine Art Entschuldigung auf seine Kritik - der Zeitpunkt tue ihm leid, der Inhalt hingegen nicht.


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